SPD warnt vor Kita-Sterben in Ostdeutschland
- Ostdeutsche SPD-Politiker warnen aufgrund sinkender Kinderzahlen vor einem Kita-Sterben.
- Wegen auslaufender Bundesmittel drohen Qualitätsverluste.
- Ostdeutsche Fachkräfte könnten abwandern, da Kitas hier schließen müssen.
Kindertagesstätten in Ostdeutschland geraten zunehmend unter Druck. Während in vielen westdeutschen Regionen händeringend nach Fachpersonal für Kitas gesucht wird, trifft die ostdeutschen Bundesländer der demografische Wandel bereits mit Wucht: Kinderzahlen sinken, Kita-Plätze bleiben frei, Einrichtungen schließen mancherorts. Zudem führen auslaufende Bundesmittel dazu, dass Kommunen um den Erhalt ihrer Einrichtungen kämpfen müssen.
Ostdeutsche SPD-Politiker warnten angesichts dieser Entwicklungen vor einem Kita-Sterben und forderten mehr Unterstützung für den Erhalt von Einrichtungen und Jobs. In einem gemeinsamen Forderungspapier SPD-Fraktionen von Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern heißt es, es drohe ein "Wegbrechen der Kita-Strukturen", sollten die bisherigen Mittel für Personal und Fachkräftegewinnung nicht fortgeführt werden.
Angespannte Lage in Sachsen
In Sachsen wird die Situation schon jetzt sehr deutlich. Laut Statistischem Landesamt wurden im März 2025 rund 7.500 Kinder weniger in Krippen und Kitas betreut als ein Jahr zuvor. Zugleich sank die Zahl der Einrichtungen um 15.
Kultusminister Conrad Clemens hatte die Entwicklung bereits als Warnsignal bezeichnet: "Mit jedem Kind weniger verliert Sachsen etwas Zukunft." Gleichzeitig würden durch den Rückgang frei werdende Landesmittel genutzt, um schrittweise den Betreuungsschlüssel zu verbessern – ein Schritt, den Sozialverbände begrüßen, der aber vielerorts noch kaum Wirkung zeige.
Weniger Mittel für ostdeutsche Kitas
Auch Gerald Eisenblätter, Referent für Bildung der sächsischen SPD-Landtagsfraktion, sieht die Lage kritisch. Er verweist bei MDR AKTUELL darauf, dass Sachsen derzeit rund 97 Millionen Euro aus einem bundesweiten Budget erhalte. Diese Mittel seien essenziell, um Qualitätsmaßnahmen wie die Vor- und Nachbereitungszeiten der Erzieherinnen und Erzieher zu finanzieren.
Die Bundesbildungsministerin wolle die Summe zwar erhalten, aber für andere Bereiche verwenden. Das stelle die Länder vor Herausforderungen, so Eisenblätter, da neue Themen wie Sprachförderung nicht zulasten bestehender Projekte finanziert werden könnten.
Schlechtere Qualität der Kitas
Eine zentrale Sorge betrifft mögliche Qualitätsverluste. Eisenblätter betont die strukturellen Unterschiede zwischen Ost und West: Im Osten gebe es zwar "gute Betreuungsquoten", jedoch weiterhin einen "schlechten Betreuungsschlüssel". Während in Westdeutschland Plätze fehlten, aber die Ausstattung besser sei, stünden Ostländer vor dem umgekehrten Problem – sinkende Kinderzahlen bei gleichzeitig hoher Personalabhängigkeit.
Dadurch bestehe sogar die Gefahr, dass Fachkräfte erneut abwandern könnten. Gleichzeitig könnte der Rückgang der Kinderzahlen theoretisch genutzt werden, um den Personalschlüssel zu verbessern.
Besonders kritisch sehen ostdeutsche SPD-Politiker die Situation im ländlichen Raum. Dort drohten bei Kürzungen nicht nur Entlassungen, sondern auch Schließungen kleiner Einrichtungen. Um das zu verhindern, brauche es zusätzliche Bundesmittel und Lösungen, die die ostdeutschen Besonderheiten berücksichtigen.
Unterstützung der Bundespartei
Aus der eigenen Bundespartei erhält die Ost-SPD nach Angaben Eisenblätters erste Signale der Unterstützung. Die Parteispitze wolle sich die ostdeutsche Lage genauer ansehen. Letztlich liege die Entscheidung jedoch in den Verhandlungen zwischen Bund und Ländern – und die werden über die Zukunft vieler Kitas in Ostdeutschland mitentscheiden.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke