Immer mehr Deepfake-Betrügereien bei Social Media
Der Arzt und Fernsehmoderator Eckart von Hirschhausen hat es selbst erlebt. Als Werbebotschafter findet er sich in den Sozialen Medien wieder, etwa bei Tik Tok, Instagram oder Facebook. Das ganze klingt dann so:
Eine schlanke Figur ist jetzt kein Luxus mehr, sie ist jetzt für jeden erreichbar und das, dank eines einzigartigen Produkts, das wir gemeinsam mit führenden deutschen Ernährungswissenschaftlern entwickelt haben.
"Ganz komisches Gefühl"
Eckart von HirschhausenBildrechte: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd"Eckart von Hirschhausen" erzählt das in einer Talkshow im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Seine Gestik, die Bewegung der Lippen, alles wirkt echt. Und doch ist es ein riesengroßer Betrug. Für MDR AKTUELL konnten wir mit dem echten Eckart von Hirschhausen darüber sprechen, wie er solche Deepfakes persönlich erlebt: "Es ist ein ganz komisches Gefühl, sich selber zu hören und zu wissen, das habe ich nie gesagt. Und es ist gruselig, wie gut diese KI-Stimmen inzwischen sind und wir sind erst am Anfang einer Entwicklung, wo es immer mehr darauf hinausläuft, dass wir nicht mehr unterscheiden können, was ist echt und was ist fake."
Weltweit sind im letzten Jahr rund 930 Millionen Euro durch den Betrug mithilfe von Deepfakes ergaunert worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Cybersicherheitsunternehmens SkyShark.
Bundespolitiker werben für Nahrungsergänzungsmittel
Bei den Verbraucherzentralen melden sich immer mehr Menschen, die auf solche Angebote reingefallen sind, erzählt Gesa Schölgens. Sie ist spezialisiert auf Gesundheitswerbung bei der Verbraucherzentrale NRW. Die Projektleiterin berichtet von einer Dame, die auf Social Media ein Fake-Video gesehen und geglaubt hatte, dass dieses echt sei.
Darin hätten Bundespolitiker ein Nahrungsergänzungsmittel beworben und ihr Ehemann wollte das ausprobieren, so Schölgens. "Dann wurde der Kontakt hergestellt, dann wurde die Telefonnummer an die Betrüger geschickt und am Ende war sie über 200 Euro los und ist zu spät dann auch erst skeptisch geworden."
Anzeichen für Fälschungen erkennbar
So groß die Täuschung auch sein mag, Verbraucher können sich schützen, sagt Gesa Schölgens. Zunächst sei immer Skepsis angebracht, denn es gebe keine Wundermittel. Außerdem: Bei genauem Hinsehen ließen sich Anzeichen einer Fälschung erkennen: "Vor allem bei diesen Videos, dass die Lippen nicht ganz synchron sind zur Sprache. Dass die Bewegungen irgendwie ruckartig sind, dass die Deepfakes komisch blinzeln. Es macht halt keinen natürlichen Eindruck."
Auch die Sprache sei manchmal sehr abgehackt, sehr roboterhaft. Das seien solche Auffälligkeiten, erklärt die Verbraucherschützerin. Darüber hinaus sollten die Alarmglocken schrillen, wenn Ärzte für Medikamente werben, denn das sei rechtlich verboten.
Hirschhausen gewann Prozess gegen Meta
Der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen hat sich gegen den Facebook-Konzern Meta juristisch zur Wehr gesetzt. Dies sei ein langer Weg gewesen, erzählt er:
Ich habe zwei Jahre vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt kämpfen müssen in zwei Instanzen, bis Meta zugegeben hat, dass sie natürlich wissen, dass das Fake ist und sich verpflichten ließen, das zu löschen. Und zwar nicht nur das, was ich anzeige, sondern auch die Dinge, die drumherum vielleicht genauso aussehen. Aber das machen die einfach nicht oder nur sehr sporadisch und es gibt auch keine gute Durchsetzungsmöglichkeit.
Verbraucher, die unsicher sind, finden Hilfe zum Beispiel unter deepfake-total.com. Dieses Onlineportal wurde vom Fraunhofer Institut entwickelt. Außerdem ist jede Verbraucherzentrale Ansprechpartner. Auch das Online-Tool fakeshopfinder.de kann helfen, wenn man wissen will, ob ein Anbieter seriös ist oder nicht.
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