Gibt es zu viele Straßenlaternen in der Stadt?
- In Erfurt ist ein Beleuchtungskonzept in Arbeit. Geplant sind dunkle Schutzzonen für Tiere und Bewegungsmelder.
- Auch in Sachsen arbeiten Kommunen an effizienterer Beleuchtung.
- Naturschützer sehen Einsparpotenzial bei Werbung und Denkmälern.
Erfurt soll sein erstes Beleuchtungskonzept bekommen. Seit eineinhalb Jahren arbeitet die Stadt daran, wie sich Stadtbewohner im Dunkeln sicher fühlen können und gleichzeitig die Straßenbeleuchtung naturverträglicher wird.
Erfurt: Lichtarme Korridore und Bewegungsmelder
In manchen Gebieten sollen dafür sogenannte lichtarme Korridore für Insekten und andere Arten eingerichtet werden. Das seien vorwiegend Gewässer und deren Randgebiete, die möglichst dunkel sein sollten, erklärt Jens Rüdiger. Er ist der stellvertretende Leiter des Umwelt- und Naturschutzsamts.
Seine Behörde ist zuständig für das Beleuchtungskonzept: "Was man noch machen kann, ist zu schauen, zu welcher Zeit ich eine Beleuchtung brauche und dass man mit Bewegungsmeldern arbeitet. Das haben wir in manchen Bereichen jetzt schon umgesetzt, zum Beispiel auf dem Petersberg. Das ist ein großer frequentierter Bereich, wo aber auch Naturschutz eine große Rolle spielt."
Angst vor völliger Dunkelheit müsse aber niemand in Erfurt haben, so Rüdiger. Das Bedürfnis nach Sicherheit werde im Konzept berücksichtigt.
Sachsen: Gemeinden gehen sparsam mit Ressourcen um
Auch in Sachsen arbeiteten die Kommunen an einer sparsameren Straßenbeleuchtung, teilt der Sächsische Städte- und Gemeindebund mit. Auf eine Anfrage von MDR AKTUELL heißt es schriftlich: "Die Kommunen tauschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Leuchtmittel gegen sparsame und umweltschonende LED-Lampen aus oder nutzen in bestimmten Zeiten nur noch jede dritte oder vierte Straßenlaterne. Von Verschwendung kann aus unserer Sicht keine Rede sein."
Allerdings merkt der Gemeindebund auch an: "Vielmehr gibt es nach unserer Wahrnehmung eher Beschwerden von Anwohnern über Einschränkungen der Straßenbeleuchtung, die jedoch in der derzeitigen Haushaltsnotlage vielerorts unabweisbar sind."
Umweltschützer: Sparen bei Werbung und Denkmälern
Umweltschützer sehen trotzdem in der Beleuchtung noch Sparpotenzial.
Felix Ekardt, Vorsitzender des Bunds für Umwelt- und Naturschutz in Sachsen kritisiert: "Generell ist in Deutschland und auch in Sachsen der Beleuchtungsaufwand für jede Art von Werbung, aber auch für bestimmte Denkmäler signifikant. Da hat man durchaus erhebliche Einsparmöglichkeiten. Nicht unbedingt sparen sollte man aber bei Beleuchtung von Fußgängerwegen."
In Erfurt soll das Beleuchtungskonzept bald gültig sein. Doch erst muss noch der Stadtrat zustimmen.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke