• Im sächsischen Zinnwald befindet sich eine der größten Lagerstätten Europas für das begehrte Lithium.
  • Das Projekt zur Förderung des Minerals ist enorm: Eine Milliarde Euro muss investiert werden. In zehn Jahren soll der Abbau flüssig laufen.
  • Der Lithiumabbau verringert die Abhängigkeit von China und unterstützt hohe Umwelt- und Sozialstandards.

"Zinnwaldit" – Das Lithium-haltige Mineral, das im Altenberger Ortsteil Zinnwald, direkt an der tschechischen Grenze, schlummert, ist in so großen Mengen vorhanden, das es einen eigenen Namen trägt. Seit vielen Jahren wird darauf hingearbeitet, das Erz zu fördern und daraus das begehrte Leichtmetall Lithium zu gewinnen.

Zinnwald: Eine der größten Lithium-Lagerstätten Europas

"Die Lagerstätte unter Zinnwald ist eine der größten Festgesteinslagerstätten für Lithium in Europa", erklärt Marko Uhlig. Er ist Geschäftsführer des Bergbau-Unternehmens "Zinnwald Lithium", das seit 2011 eine Lizenz zur Erkundung des Lithiumvorkommen in Zinnwald hält – und die Festgestein-Lagerstätte erschließen will. Festgestein bedeute, "das Lithium ist irgendwo in Mineral eingebaut", so Uhlig.

Uhlig hält den Abbau im Erzgebirge für unverzichtbar: "Was das Lithium so zukunftsträchtig macht, ist, dass es im Periodensystem ganz weit oben steht. Das heißt, es hat die größte Energiedichte. Das bedeutet: Immer dann, wenn ich leichte Batterien brauche – kleine, leichte Batterien –, komme ich am Lithium rein chemisch-physikalisch gar nicht vorbei!"

Eine Milliarde Euro an Investitionen nötig

Ist Zinnwald also eine Goldgrube? Möglicherweise, doch unverändert stehen enorme Investitionen an. 40 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits über Privatinvestoren generiert. Insgesamt werde der Investitionsbedarf auf bis zu eine Milliarde Euro beziffert, so Marko Uhlig.

Neben der Investoren-Gunst gilt es auch, die Herzen der Anwohner zu gewinnen. Im Erzgebirge lebt die Bergbau-Tradition vielerorts nur noch als Folklore: "In Deutschland haben wir uns die letzten drei Jahrzehnte nur noch mit Spätfolgen des Bergbaus beschäftigt und mit dem Ausstieg aus Bergbau. Das heißt, es gibt keine gesellschaftliche Akzeptanz oder kein gesellschaftliches Verständnis dafür: Was bedeutet das, wenn in Deutschland wieder Bergbau betrieben wird?"

Projekt soll in zehn Jahren flüssig laufen

Mit Hightech-Simulationen lässt sich mittlerweile über Jahrzehnte hinweg in die Zukunft eines Bergbau-Vorhabens blicken.

Wo also sieht Uhlig sein Projekt in wenigen Jahren? "Natürlich produzierend! Es wäre extrem wichtig, dass das Projekt in zehn Jahren ein gut laufendes Bergwerk ist. Wir müssen in Richtung der Investoren und der globalen Umstände unter Beweis stellen, dass wir das schaffen." Das zu schaffen, hieße: Eigenversorgung aufzubauen, Bergwerke zu betreiben, die nach den eigenen Standards funktionierten und mit Weltmarktpreisen zurechtzukommen.

Heimischer Bergbau: Gut für hohe Umwelt- und Sozialstandards

Womit wir bei der geopolitischen Verantwortung wären: Nur wer die eigenen Standards im Umwelt- und Sozialbereich selber einzuhalten in der Lage ist, könne sie auch anderen glaubwürdig abverlangen, argumentiert Uhlig: "Wenn wir nicht in die Umsetzung kommen, wenn wir uns also in den Prozessen verlieren, dann verlieren wir den Anschluss. Und nur, wer Zugriff auf Rohstoffe abgesichert hat, kann auch geopolitische Macht ausüben. Und nur über geopolitische Macht kann ich auch Standards durchsetzen, die uns wichtig sind!"

Professor Martin Bertau von der nahegelegen Bergakademie ergänzt, dass heimischer Bergbau nicht nur wegen der Standards einen großen Beitrag zum Klimaschutz leistet, sondern auch angesichts der enormen Transportwege: "Wenn ich Klimaschutz betreiben will, dann hol ich's aus Zinnwald und nicht aus Australien, Umweg über China, oder aus Chile, mit Umweg über China. Sondern ich hol's von hier."

Unter Beachtung aller Faktoren – auch des Klimaschutzes – sei das Lithium aus Zinnwald dann auch billiger, bilanziert Bertau.

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