Befragung: Corona-Pandemie belastet junge Menschen bis heute
Viele Jugendliche und junge Erwachsene erleben bis heute psychische Belastungen aus der Corona-Pandemie. Zwar nimmt die Intensität von Symptomen wie Einsamkeit, Verunsicherung und Zukunftsängsten langsam ab, doch die Werte sind weiterhin höher als vor der Pandemie. Das ist das Ergebnis des fünften Durchlaufs der Befragungsreihe zu Jugend und Corona, die Forschende des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim seit April 2020 durchführen.
Schüler, Berufstätige und Freiwillige: Wer an der Studie teilnahm
Dabei haben rund 1.800 junge Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren einen Online-Fragebogen der Forscher ausgefüllt. Etwa 70 Prozent der Befragten waren Frauen. Jeweils rund 20 Prozent waren Schüler, im Freiwilligendienst und berufstätig. Studierende hatten einen Anteil von 16 Prozent, Auszubildende waren mit sieben Prozent vertreten.
Da die Studie explizit keine Pandel-Befragung ist, handelt es sich bei den Teilnehmenden nicht ausschließlich um Personen, die bereits Teil der früheren Befragungsdurchgänge waren. Dennoch seien Trends erkennbar, wie sich der Umgang der Jungen mit den gesellschaftlichen Krisen entwickle, schreiben die zwei Autorinnen und der Autor der Studie.
Einsamkeit und Verunsicherung bleiben hoch: Viele Junge leiden weiterhin unter Langzeitfolgen von Corona
Laut der Befragung stimmten rund 50 Prozent der Aussage "Ich fühle mich einsam", voll, eher oder teilweise zu. Das seien etwa 30 Prozent mehr, als vergleichbare Untersuchungen vor der Pandemie ergeben hatten. "Viele junge Menschen haben die Belastungssymptomatik nicht abgelegt", sagt Co-Autorin Severine Thomas.
Der Umgang der Politik mit der Pandemie habe junge Menschen zutiefst verunsichert und ihr Vertrauen in den Staat geschwächt. Hinzu kommen die aktuellen Kriege, der Verlust natürlicher Lebensgrundlagen aufgrund der Klimaveränderungen, zunehmende politische Konflikte und persönliche Geldsorgen.
Trotz Belastungen bleibt Lebenszufriedenheit – Soziale Unterstützung dennoch wichtig
Dennoch sei eine Mehrheit der jungen Menschen zufrieden mit dem eigenen Leben. Vor allem Freundinnen und Freunde sowie enge Bezugspersonen seien zentral, um die Belastungen zu bewältigen.
Trotzdem sieht Severine Thomas in den Ergebnissen auch einen Auftrag an Einrichtungen der Jugendhilfe, an Schulen, Sportvereine und Hochschulen. Die Institutionen müssten mit jungen Menschen ins Gespräch kommen und Konzepte entwickeln, denn die Belastungen durch Krisen würden sich "nicht von selbst" erledigen.
Links/Studien
- Daps, Mareike; Thomas, Severine und Hermann, Finley (2026): JuCo V – Studienergebnisse zum Wohlbefinden Jugendlicher und junger Erwachsener in Krisenzeiten, Universitätsverlag Hildesheim
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