Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder rechtsextremer Gruppe begonnen
- "Letzte Verteidgungswelle": Prozessauftakt in Hamburg
- Junge Nazis sollen versucht haben, Flüchtlingsheim anzuzünden
- Vorwurf lautet auch versuchter Mord
Vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg hat am Vormittag der Prozess gegen sieben mutmaßliche Mitglieder und einen Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe "Letzte Verteidigungswelle" begonnen. Der Prozessstart verzögerte sich um rund eine halbe Stunde, da die strengen Sicherheitskontrollen am Gerichtsgebäude viel Zeit in Anspruch nahmen.
Die teils noch minderjährigen Angeklagten müssen sich unter anderem wegen versuchten Mordes, Verabredung zum Mord und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Verhandelt wird nach dem Jugendgerichtsgesetz.
Laut Anklage soll sich die rechtsextreme Organisation im April 2024 gegründet haben. Die Jugendlichen sollen sich "als letzte Instanz zur Verteidigung der Deutschen Nation" gesehen haben. Ihr Ziel: durch Gewalttaten gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems in der Bundesrepublik Deutschland herbeizuführen.
Vor dem Gericht demonstrierten Antifa-Aktivisten gegen rechten Terror. Auf einem Banner war zu lesen: "Den rechten Terror stoppen. Das Problem heißt Rassismus".
Fünf Festnahmen im Mai
Fünf Angeklagte – ein mittlerweile 15-Jähriger, drei 16-Jährige und ein 19-Jähriger – waren im Mai vergangenen Jahres bei großangelegten Razzien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen festgenommen worden. Drei weitere Angeklagte im Alter von 19, 21 und 22 Jahren saßen bereits in Untersuchungshaft. Durchsuchungen hatte es zuvor schon in Sachsen und Thüringen gegeben.
Junge Nazis sollen versucht haben Flüchtlingsheim anzuzünden
So sollen zwei der Jugendlichen im Oktober 2024 ein Kulturhaus in Brandenburg angezündet haben. Die dort lebenden Menschen waren laut Bundesanwalt "lediglich durch Zufall nicht verletzt wurden".
Die Schäden nach einem Brandanschlag auf das Kulturhaus in Brandenburg sind immer noch zu erkennen.Bildrechte: picture alliance/dpa | Frank HammerschmidtZwei andere Mitglieder der selbsternannten "Letzten Verteidigungswelle" sollen im Januar versucht haben, ein Flüchtlingsheim in Schmölln im Altenburger Land mit Pyrotechnik anzuzünden. Als dies nicht gelang, sollen sie nationalsozialistische Symbole und Schriftzüge an die Wände der Unterkunft gesprüht haben. Bei beiden Taten sollen weitere junge Männer unterstützt haben.
MDR,dpa (mpö,mbe)
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke