• Schneefall und langsame Schneeschmelze stabilisieren Pegel in den Mittelgebirgsregionen.
  • In flacheren Regionen Thüringens und in Teilen Sachsens führen viele Flüsse derzeit Niedrigwasser.
  • Die Elbe führt noch ausreichend Wasser, Thüringer Talsperren insgesamt stabil.
  • Trotz regionaler Unterschiede bleibt Deutschland weiterhin von Dürresituation betroffen.

Vor nur wenigen Wochen lag vielerorts noch eine dicke Schneeschicht. Das sei einigen Flüssen zugute gekommen, sagt Peter Krause, Leiter der Hochwassernachrichtenzentrale am Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz: "Insbesondere in den Mittelgebirgslagen, da hatten wir dann doch etwas mehr Niederschlag, auch viel Schnee, der dann sehr regelmäßig zum Abtau gekommen ist." Dadurch habe man im Thüringer Wald und im Harzrand sehr gute Bedingungen. Die Pegel seien dort, wo sein sollten.

Niedrige Pegel in flacheren Regionen

Anders die Lage in den flacheren Regionen aus – dem Thüringer Becken oder im Altenburger Land. Dort, wo weniger Schnee und Regen gefallen ist, liegen die Pegelstände der Flüsse derzeit eher niedrig. Auch viele Flüsse in Sachsen führten derzeit Niedrigwasser, berichtet Martin Helms, Hydrologe an der Bundesanstalt für Gewässerkunde. "Beispielsweise im Muldegebiet einige kleinere Zuflüsse der Mulde, genauso im Spreegebiet. Auch die Pleiße ist schon von Niedrigwasser betroffen und einige westliche Elbezuflüsse."

Talsperren in Thüringen überwiegend gut gefüllt

Die Elbe selbst hält sich noch vergleichsweise wacker – auch wenn sie durchaus mehr Wasser führen könnte. Während die Flussstände also ein gemischtes Bild abgeben, präsentieren sich vor allem die Thüringer Talsperren insgesamt stabiler. Peter Krause von der Hochwassernachrichtenzentrale in Thüringen berichtet von vorrangig guten Wasserständen. Da gehe es um die Trinkwassertalsperren wie die Ohra oder Leibis/Lichte, die von der Thüringer Fernwasserversorgung betrieben werden.

"Die Schneeschmelze hat jetzt doch geholfen, da noch ein bisschen Wasser einzustapeln, sodass wir insbesondere in der Ohra eigentlich einen guten Stand haben", erklärt Peter Krause. "Die Leibis/Lichte ist niedriger als in den Vorjahren. Was wir auch schön einstauen konnten, waren die Talsperren der Saalekaskade, die ja nicht für die Trinkwasserbereitstellung wichtig sind, aber für die Stromerzeugung, und die auch als Freizeit-Wasserflächen interessant sind."

Dürre bleibt trotz regionaler Unterschiede bestehen

Doch trotz dieses gemischten Bildes mit guten und niedrigen Pegelständen ändert sich an der grundsätzlichen Situation wenig: Deutschland steckt weiterhin in einer Dürre. Darauf weist Andreas Marx hin, Leiter des Deutschen Dürremonitors am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung: "Es ist so, dass im Winter, wenn es eine Dürresituation gibt, der Boden nicht trockener ist, aber er ist trockener als normal." Deswegen stiegen die Grundwasserstände weniger stark als normal. Das sehe man im Moment sehr stark in Sachsen. "Die Grundwasserstände steigen zwar auch jetzt in diesem Winter, Aber sie sind eben wesentlich niedriger als in normalen Situationen", sagt Andreas Marx.

Und das sei eine ungünstige Ausgangslage, wenn im April die Vegetationsperiode wieder beginnt. Wie trocken das Jahr 2026 tatsächlich wird, entscheiden die nächsten Wochen. Denn Andreas Marx zufolge ist der Grundwasserstand Ende April ein guter Indikator dafür, wie der Sommer wird.

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