Gewinneinbruch bei Volkswagen und Porsche
Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Wie der größte Autobauer Europas in Wolfsburg mitteilte, sank das Konzernergebnis nach Steuern 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 44 Prozent – von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro. Der Umsatz ging leicht um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro zurück.
Geschäft im Schlussquartal leicht verbessert
Zum Jahresende entwickelte sich das Geschäft allerdings wieder etwas besser. Im dritten Quartal war der Konzern noch tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht. Ausschlaggebend dafür waren vor allem Belastungen bei der Tochter Porsche AG. Dort hatte ein Strategiewechsel mit einer längeren Laufzeit für Verbrennungsmotoren die Ergebnisse belastet und auch Auswirkungen auf den Mutterkonzern gehabt. Zusätzlich wirkten sich milliardenschwere Belastungen durch US-Zölle aus.
Bei den Auslieferungen blieb der Konzern 2025 knapp unter der Marke von neun Millionen Fahrzeugen. Weltweit lieferte Volkswagen 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus – 0,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Zwar legten die Verkäufe in Europa zu, die Rückgänge in China und Nordamerika konnten damit jedoch nicht ausgeglichen werden.
Porsche meldet ebenfalls drastischen Gewinneinbruch
Auch der Sportwagenbauer Porsche verzeichnete vergangenes Jahr einen drastischen Gewinneinbruch. Das operative Ergebnis sank auf nur noch 90 Millionen Euro – nach rund 5,3 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Einschließlich Finanzdienstleistungen verdiente Porsche noch gut 413 Millionen Euro.
Volkswagen streicht 50.000 Stellen bis 2030
Der Volkswagen-Konzern bekräftigte sein Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts zehntausende Stellen in Deutschland abzubauen. Im Geschäftsbericht heißt es, dass "in Summe […] im Volkswagen Konzern bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen" sollen. Diese Größenordnung hatte das Unternehmen bereits Ende 2024 in Tarifeinigungen mit den einzelnen Marken genannt. Allein bei der Kernmarke Volkswagen sollen rund 35.000 Arbeitsplätze wegfallen. Weitere Einschnitte sind bei Audi und Porsche AG geplant: Bei Audi sollen bis 2029 bis zu 7.500 Stellen abgebaut werden, bei Porsche nach bisherigen Planungen rund 3.900 – einschließlich Leiharbeitsstellen.
Auch mitteldeutsche Standorte betroffen
Das "Manager Magazin" hatte kürzlich über ein weiteres Sparprogramm bei Volkswagen mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro berichtet. Demnach sollen die Kosten bis 2028 um 20 Prozent sinken. Auch die mitteldeutschen Standorte sind bereits von Sparmaßnahmen betroffen. In der Autofabrik in Zwickau sind den Angaben zufolge 1.200 Arbeitsplätze weggefallen. Zudem wird dort inzwischen nur noch in zwei statt zuvor drei Schichten produziert. In den kommenden Jahren soll das Werk außerdem mehrere Modelle an andere Standorte abgeben. Im Gegenzug soll der Standort ein neues Geschäftsfeld im Bereich Kreislaufwirtschaft erhalten.
Auch das Porsche-Werk in Leipzig war in der Vergangenheit von Kürzungen betroffen. Wegen schwacher Verkaufszahlen reduzierte der Fahrzeughersteller im vergangenen Jahr am Standort Schichten. Zudem mussten Leiharbeiter gehen.
MDR/dpa(mbe)
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