Inhalt des Artikels:

  • Wann und wie lange gestreikt wird
  • Wo Nahverkehrs-Beschäftigte laut Verdi keine Busse und Straßenbahnen steuern sollen (in Klammern die Betriebe)
  • Notfahrpläne in Erfurt und Weimar
  • Notfahrplan auch in Mühlhausen und Sondershausen
  • Notfahrplan für Gera und Jena
  • Straßenbahnen in Gotha fahren planmäßig
  • Kein Warnstreik in Südthüringen
  • Was der Grund für die erneuten Streiks ist
  • Warum es Kritik am Streik gibt

Wegen erneuter Streiks müssen Fahrgäste in zahlreichen Thüringer Kommunen ab Montag, 9. März, mit massiven Ausfällen im Bus- und Straßenbahnverkehr rechnen: Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte zu einem Warnstreik bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstag aufgerufen.

Wann und wie lange gestreikt wird

Der Streikaufruf gilt laut Verdi von Montag, 9. März, um 3 Uhr morgens bis zum frühen Donnerstagmorgen, wobei die Aufrufe der Gewerkschaft zwischen 3 und 6 Uhr enden. Was für welchen Nahverkehrsbetrieb gilt, teilt Verdi hier mit.

Gestreikt wird diesmal dezentral, also direkt an den Betriebshöfen, Depots und Werkstätten.

Wo Nahverkehrs-Beschäftigte laut Verdi keine Busse und Straßenbahnen steuern sollen (in Klammern die Betriebe)

  • Erfurt (Evag)
  • Jena (Jenaer Nahverkehr)
  • Gera (GVB)
  • Weimar (Stadtwirtschaft)
  • Weimarer Land (PVG)
  • Nordhausen (VBN)
  • Mühlhausen und Sondershausen (Stadtbus-Gesellschaft)
  • Kyffhäuserkreis und Unstrut-Hainich-Kreis (Regionalbus-Gesellschaft)
  • Saale-Holzland-Kreis (JES)

Viele der Verkehrsbetriebe informieren auf ihren Webseiten über die erwarteten Streik-Auswirkungen vor Ort. Wir haben sie hier verlinkt.

Notfahrpläne in Erfurt und Weimar

Die Stadtwerke Erfurt wollen mit einem Notfahrplan die Auswirkungen des erneuten Warnstreiks ab Montag erträglich halten. Wie das Unternehmen mitteilte, ist für alle Stadtbahnlinien von 5:30 bis 21 Uhr ein Halbstundentakt vorgesehen.

Die Bus-Linie 9 sei ebenfalls von 5:30 bis 21:00 Uhr im Halbstundentakt unterwegs. Die Bus-Linien 10, 20, 30, 43, 51, 60, 80, 90 und 92 verkehren demnach unregelmäßig zwischen 6 und 20 Uhr. Alle weiteren Buslinien seien nicht unterwegs.

Fahrgäste können sich im Internet über den Notfahrplan informieren - unter www.evag-erfurt.de, Rubrik "Aktuelles". In der Evag-App seien die Daten wahrscheinlich nicht verfügbar. Die Fahrten im Notfahrplan könnten zudem nicht garantiert werden.

Auch die Stadtwirtschaft Weimar bereitet ein eingeschränktes Verkehrsangebot vor - um vorrangig den Schülerverkehr abzusichern.

In dem geplanten Notbetrieb sollen die Linien 1, 2, 5, 7 und 8 in einem 30-Minuten-Takt verkehren. Ab 5 Uhr ist geplant, dass auf den Linien 2, 5 und 8 ein 30-Minuten-Takt verkehrt. Für die Linien 4 und 6 ist ein stündlicher Takt geplant, für die Linie 3 ein 90-Minuten-Takt. Welche Fahrten tatsächlich stattfinden, hänge aber von der Personalsituation ab.

Notfahrplan auch in Mühlhausen und Sondershausen

Auch in der Region Mühlhausen, Bad Langensalza und Sondershausen sollen trotz des Warnstreiks Regionalbusse fahren. Die Regionalbus GmbH richtet nach eigenen Angaben einen Notfahrplan ein. Der Fahrplan soll veröffentlicht werden, sobald alle Daten vorliegen. Die Stadtbusse in Mühlhausen und in Sondershausen verkehren den Angaben nach planmäßig.

Die PVG im Weimarer Land arbeitet nach eigenen Angaben an einem Notbetrieb. Eltern, Schüler und alle anderen Fahrgäste sollten sich aber frühzeitig um Alternativen bemühen.

Notfahrplan für Gera und Jena

In Gera bemüht sich die GVB, auf einzelnen Linien einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten. Die Straßenbahnlinie 3 zwischen Lusan und Bieblach-Ost sowie die Buslinie 17 zwischen Frankenthal und Reuß-Park sollen zwischen 6 und 18 Uhr zwei Fahrten pro Stunde absolvieren.

In Jena will der Nahverkehr auf ausgewählten Strecken Busse einsetzen. Zudem könnten einzelne Linien wie die 48 zwischen Busbahnhof und Maua bedient werden, weil hier ein Privat-Unternehmen fährt, das nicht vom Streik betroffen ist.

Straßenbahnen in Gotha fahren planmäßig

Trotz des angekündigten Warnstreiks fahren im Landkreis Gotha die Straßenbahnen planmäßig. Wie die Thüringer Waldbahn und Straßenbahn Gotha mitteilte, verkehren die Bahnen von Montag bis Mittwoch laut Fahrplan.

Kein Warnstreik in Südthüringen

Südthüringen ist von den angekündigten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr nicht betroffen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligen sich keine Betreiber von Verkehrsgesellschaften aus den Kreisen Sonneberg, Schmalkalden‑Meiningen, Hildburghausen sowie der Stadt Suhl. Auch im Ilm‑Kreis muss den Angaben nach nicht mit Einschränkungen gerechnet werden.

Was der Grund für die erneuten Streiks ist

Verdi begründet den erneuten Warnstreik mit der "festgefahrenen Tarifrunde". Der Kommunale Arbeitgeberverband Thüringen lehne es weiterhin ab, über ein Wahlmodell zur Arbeitszeitgestaltung zu verhandeln.

Verdi fordert kürzere Wochenarbeits- und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.

Dagegen kritisierte unter anderem der Geschäftsführer der Weimarer Stadtwirtschaft die Forderungen der Gewerkschaft. Eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sei nicht finanzierbar. Für Weimar bedeute dies, dass die Stadtwirtschaft zwölf zusätzliche Fahrer einstellen müsste.

Warum es Kritik am Streik gibt

Auch der Kommunale Arbeitgeberverband Thüringen kritisiert den Warnstreik scharf. Die dreitägigen Arbeitsniederlegungen seien "völlig unverhältnismäßig" und die Gewerkschaft zeige "kein Interesse an einer Einigung", sagte Geschäftsführerin Gundula Bettenhausen.

Gundula Bettenhausen, Kommunaler Arbeitgeberverband Thüringen, kritisiert den Warnstreik.Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Arbeitgeber verweisen darauf, dass die Arbeitszeit im Nahverkehr bereits bei 38 Stunden pro Woche liege und damit unter dem Niveau anderer kommunaler Bereiche.

In der dritten Verhandlungsrunde hatten sie laut KAV ein Angebot vorgelegt, das jährliche Erhöhungen von mehr als zwei Prozent vorsieht, zudem flexiblere Arbeitszeitregeln, eine kürzere maximale Schichtlänge und längere Mindestruhezeiten.

Ein Bus‑ oder Straßenbahnfahrer komme nach neun Jahren ohne Zuschläge auf ein Grundgehalt von rund 3.700 Euro.

Letzter Streik erst wenige Tage her

Erst Ende Februar wurde im Nahverkehr gestreikt. Zwei Tage lang fuhren in Teilen Thüringens keine Busse und Straßenbahnen. So stand in Erfurt der öffentliche Personennahverkehr still. In Jena gab es unter anderem einen Notverkehr mit Bussen. In manchen Regionen hatten die Warnstreiks keinerlei Auswirkungen.

MDR (jhi/fno)

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