Telefonieren beim Autofahren: Warum das selbst für Profis riskant ist
Autofahren, während man am Handy an einem beruflichen Meeting teilnimmt und vielleicht noch ein Kind auf dem Rücksitz beruhigen muss – kann solches Multitasking gut gehen? Eher nicht, zeigen Forschungsergebnisse eines Teams der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), der FernUniversität in Hagen und der Hamburg Medical School. In einer Serie von drei Experimenten mussten insgesamt 25 Versuchspersonen jeweils zwei Aufgaben gleichzeitig lösen. Sie sollten zum einen mit der Hand die Größe eines Kreises anzeigen, den sie kurz gesehen hatten, und zum anderen benennen, ob ein Ton, den sie gehört hatten, hoch, tief oder mittel war.
Training hilft – aber nur teilweise: Kleine Wechsel bringen Multitasking ins Wanken
In den verschiedenen Experimentdurchgängen hatten die Teilnehmenden eine unterschiedliche Menge an Tagen Zeit, die gestellte Aufgabe zu lernen und zu perfektionieren. Während sie zunächst viele Fehler machten, gelang es vielen Versuchspersonen, die Aufgaben umso besser und schließlich auch fehlerfrei zu lösen, je mehr sie geübt hatten. Dann jedoch veränderten die Psychologen Details der Anweisungen. Die Fehlerquote stieg erneut und die Teilnehmenden brauchten mehr Zeit für die Aufgabe, berichtet das Team um Torsten Schubert von der MLU im "Quarterly Journal of Experimental Psychology".
Echtes Multitasking ist ein Mythos: Gehirn arbeitet seriell und wird unter Belastung fehleranfällig
Die zentrale Erkenntnis: Menschen erledigen Aufgaben niemals vollständig parallel. "Unser Gehirn ist sehr geschickt darin, Prozesse hintereinanderzureihen, sodass sie sich nicht mehr stören", sagt Schubert. "Allerdings hat diese Optimierung ihre Grenzen. In besonders herausfordernden Situationen ermüdet unser kognitiver Apparat daher sehr schnell und wird fehleranfällig." Trotz Routine könnte Multitasking daher zum Risiko werden, etwa beim Autofahren und Telefonieren.
Links/Studien
- Schubert, Torsten et al.(2025): Evidence for a Latent Bottleneck After Extensive Dual-Task Practice of a Visual-Manual and an Auditory-Verbal Task, Quarterly Journal of Experimental Psychology
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