Zwölfjährige offen für Social-Media-Verbote: "Weil man dann vielleicht mehr mit Freunden macht"
- Einige Schülerinnen unterstützen ein Verbot, unter anderem wegen des Suchtfaktors.
- Manche meinen, nur Jüngere sollten von Social Media ausgeschlossen werden.
- Unterscheidung zwischen Messengern und sozialen Netzwerken?
Das Thema Social-Media-Verbot bewegt die Kinder aus der Klasse 6 b der Klaus-Gottschalk-Oberschule im Norden von Leipzig. Denn selbstverständlich sind sie auf mehreren Plattformen unterwegs. Hauptsächlich nutzen sie Tiktok, Snapchat und Whatsapp, wie eine Abstimmung per Handzeichen zeigt. Dass ihnen selbst das bald verboten sein könnte, finden manche der Zwölfjährigen überraschenderweise ganz gut.
Annelie sagt: "Ich bin dafür, weil man dann vielleicht auch mehr mit den Freunden mal macht, rausgeht, anstatt immer nur vorm Handy zu sitzen und da reinzugucken." Sie weist auch auf den Suchtfaktor hin. Immer wieder kommen neue Inhalte. "Man bleibt da stecken und guckt dann alle zwei Stunden aufs Handy."
Wenn man zu lange am Handy ist oder ganz oft, dann ist die Konzentration viel schlechter.
Klassenkameradin Mariella ist ebenfalls für das Verbot: "Ich finde, es wäre gut, wenn es ab 14 wäre, weil man ist noch in der Entwicklungsphase, kommt in die Pubertät. Wenn man zu lange am Handy ist oder ganz oft, dann ist die Konzentration viel schlechter."
Altersgrenze bei Social-Media-Verbot niedriger setzen
Einige andere aus der Klasse sehen zwar die Vorteile eines Verbots, möchten aber die Altersgrenze niedriger ansetzen. Dann wären sie selbst nicht mehr betroffen. Tim spricht sich für ein Social-Media-Verbot bis zum 12. Lebensjahr aus – ebenfalls wegen des Suchtfaktors: "Bei den Kleinen, wenn man denen zu viel Medien gibt und denen dann zum Beispiel sagt: 'Jetzt geh' mal raus!' Und die wollen es aber nicht, dann wollen die immer mehr."
Sofie würde die Altersgrenze bei zehn oder elf Jahren ziehen. Welche Gefahren sieht sie für die noch Jüngeren? "Na, dass sie dann mehr so was von den Medien im Kopf haben und nicht so die Schule."
Unterschiede zwischen Plattformen machen
Lena unterscheidet zwischen den einzelnen Social-Media-Apps. Whatsapp würde sie zum Beispiel ausnehmen: "Whatsapp sollte man jetzt nicht unbedingt verbieten, weil das ist ja auch wichtig zum Erreichen der Eltern". Außerdem helfen aus ihrer Sicht auch klare Regeln innerhalb der Familie. Für sie selbst gilt: Wenn die Noten in der Schule stimmen, dürfe sie auch Social Media nutzen.
Ihre Mitschülerin, die ebenfalls Lena heißt, sieht das ähnlich. Sie sagt: "Es ist auch die Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen, dass die Kinder nicht so viel am Handy hängen."
Tagsüber ist die Schule für die Kinder verantwortlich. Die Schulleitung an der Klaus-Gottschalk-Oberschule hat für das Problem eine eindeutige Lösung gefunden. Seit diesem Schuljahr ist den Schülerinnen und Schülern die private Handynutzung fast vollständig verboten. Nur in einer der großen Hofpausen darf das Telefon aus der Tasche geholt werden. Damit ist die Schule auf Linie von Sachsens Kultusminister Conrad Clemens. Der CDU-Politiker sprach sich jüngst dafür aus, die private Handynutzung an weiterführenden Schulen bis zur achten Klasse zu verbieten.
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