Quedlinburger Stiftsberg erstrahlt in neuem Glanz
- Der Quedlinburger Stiftsberg ist ein Wahrzeichen der Unesco-Welterbestadt.
- Nach Jahren der Sanierung wird das historische Ensemble in Teilen wiedereröffnet.
- Der Stiftsberg ist ein geschichtsträchtiger Ort und vor allem mit Sachsenherzog Heinrich I. verbunden.
Schon von Weitem ist er zu sehen: Der Quedlinburger Stiftsberg ist der höchste Punkt der historischen Altstadt und bietet einen Panoramablick über die Welterbestadt. Und den genießt die Leiterin der Städtischen Museen und Archive, Uta Siebrecht, lächelnd. Der Stiftsberg habe eine jahrzehntelange Schönheitskur hinter sich, sagt sie: "Das gesamte Bauensemble hier auf dem Berg ist denkmalgerecht barrierearm saniert worden. Wir haben alle Gebäude, also Stiftskirche und Stiftschloss innen mit einem musealen geschlossenen Rundgang verbunden. Und wir richten derzeit im Schlossbereich noch unser Museum ein."
Der Stiftsberg von Quedlinburg hat eine jahrzehntelange Schönheitskur hinter sich.
Die Leiterin der Städtischen Museen und Archive Quedlinburg, Uta Siebrecht, steht über den Dächern der Unesco-Welterbestadt. Bildrechte: Anne SailerUmfassende Sanierung des historischen Ensembles
Seit 2018 wird hier saniert, 30 Millionen Euro fließen in das Großprojekt. Die Idee: Die Geschichte des Ortes zusammenzufassen und als Ganzes erlebbar zu machen. Darauf freut sich auch schon Sabine Bahß als Vertreterin der Stadt Quedlinburg, denn hier werde es künftig einen zentralen Shop- und Kassenbereich geben. Auf dem Rundgang werde dann chronologisch die Geschichte des Stiftes erzählt. Von Heinrich I., wie hier nach seinem Tode die Äbtissinnen lebten und wie mächtig sie politisch über all die Jahrhunderte waren. Der Rundgang ist mit modernen Medien ausgestattet und barrierefrei.
Derzeit wird auf dem Stiftsberg noch gebaut. Bildrechte: MDR/Michael RosebrockDie Geschichte des Stiftsbergs ist eine Geschichte mächtiger Frauen
Der Legende nach erhielt Sachsenherzog Heinrich I. im Jahr 919 auf dem Quedlinburger Stiftsberg die Nachricht von seiner Wahl zum deutschen König. Nach seinem Tod im Jahr 936 wurde er auf eigenen Wunsch in Quedlinburg auf dem Stiftsberg beigesetzt. Seine Witwe, Königin Mathilde, gründete kurz darauf das Damenstift – auch als freiweltliches Stift bekannt – als einen Ort des Gedenkens an ihren verstorbenen Mann. Knapp 900 Jahre lang war es ein einflussreiches adeliges Frauenstift.
Linda Herbst steht in der Krypta der Stiftskirche St. Servatii hoch über der Altstadt von Quedlinburg. Bildrechte: Anne SailerDer Stiftsberg war schon immer ein Erinnerungsort, und das soll er bleiben.
Heinrich I. ist verschollen
Der Stiftsberg sei ein Erinnerungsort, und als solcher solle er nun wiederbelebt werden, sagt Linda Herbst von der evangelischen Kirchgemeinde Quedlinburg. Das Herzstück des Berges sei neben dem Domschatz daher auch die Krypta mit der Grablege von Heinrich I. und seiner Frau Mathilde.
Unter einer schweren Eisenkonstruktion findet sich nur der Sarg von Mathilde, inklusive ihrer Gebeine, bestätigt Herbst. Die Stelle von Heinrichs Sarg ist allerdings leer. Wo er ist, sei unklar.
Der Stiftsberg Quedlinburg mit seinem imposanten Ensemble, welches ausnahmslos zum Weltkulturerbe gehört. Bildrechte: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/M.-L. PreissDer Stiftsberg Quedlinburg als touristischer Anziehungspunkt
Im Herbst 2026 soll dann auch das Schlossmuseum wiedereröffnet werden. Dort geht es um die Geschichte des Stifts, das Leben der Äbtissinnen, die Architektur auf dem Berg und vieles mehr. In der Stiftskirche St. Servatii mit dem Domschatz und der Grablege gibt es schon so genannte Haltepunkte. Hier sollen Besucherinnen und Besucher verweilen, um ganz in die Geschichte einzutauchen.
Es geht immer um die Vergänglichkeit.
Für Linda Herbst hat der Quedlinburger Stiftsberg allgemeine Bedeutung: Wir alle wollten nicht vergessen werden, sagt sie. Das wolle man mit dem Stiftsberg als museales Ensemble verdeutlichen: "Letztlich sind wir alle nur wie ein Schatten. Also irgendwann wird es uns nicht mehr geben, aber unsere Taten und unsere Bauwerke überdauern uns."
Mehr Informationen zum Stiftsberg:
Stiftsberg Quedlinburg
Schlossberg 1 | 06484 Quedlinburg
Die Stiftskirche mit dem Domschatz kann täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden.
Der Terrassengarten auf dem Stiftsberg ist von April bis Oktober von 6 bis 22 Uhr, von November bis März von 6 bis 20 Uhr geöffnet.
Das erweiterte und modernisierte Schlossmuseum soll im Herbst 2026 eröffnet werden.
Redaktionelle Bearbeitung: tmk, asa, hki
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