Der Erfurter Prozess gegen ein mutmaßliches Mafia-Mitglied muss noch einmal von vorn beginnen. Das teilte das Erfurter Landgericht am Montag mit. Grund ist ein erkrankter Schöffe. Weil Schöffen während eines laufenden Verfahrens nicht ausgetauscht werden dürfen, muss der Prozess mit einer anderen Besetzung noch einmal neu starten. Termin ist der 15. April.

Zum Aufklappen: Was ist ein Schöffe?

Ein Schöffe ist ein ehrenamtlicher Richter in der deutschen Strafgerichtsbarkeit, der ohne juristische Ausbildung an der Urteilsfindung teilnimmt. Sie werden für fünf Jahre von ihrer Gemeinde gewählt. Voraussetzung sind ein Alter zwischen 25 und 70 Jahren, die deutsche Staatsangehörigkeit und Wohnsitz in der zuständigen Gemeinde.

Schöffen unterstützen Berufsrichter, stellen Fragen im Prozess und entscheiden gleichberechtigt über Schuld und Strafe. Ihre Beteiligung soll Urteile lebensnah machen und die Bevölkerung in der Rechtsprechung vertreten.

Erster Ndrangheta-Prozess in Ostdeutschland

Angeklagt sind zwei Männer im Alter von 31 und 57 Jahren, die mit mindestens 40 Kilogramm Kokain gehandelt haben sollen. Der 31-Jährige soll als Mitglied der italienischen ’Ndrangheta Drogengeschäfte vermittelt haben. Mit ihm wird zum ersten Mal ein mutmaßlicher Mafioso in Ostdeutschland angeklagt. Der 57-Jährige soll in die Drogengeschäfte mit eingebunden gewesen sein.

Die 'Ndrangheta agiert seit den späten 1990er-Jahren in Thüringen: erst in Erfurt, dann in Arnstadt und Eisenach.

MDR (ch/jn)

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