• Viele Menschen kaufen zu Ostern bewusster oder weniger ein.
  • Das Ostergeschäft wird in diesem Jahr wegen zurückhaltender Konsumlaune wohl schwächer ausfallen als im Vorjahr.
  • Zu Ostern ist der Tourismus in Sachsen gut ausgelastet, auch wenn es noch freie Unterkünfte gibt.

Die Luft ist noch kühl, aber die Sonne scheint an diesem Mittag auf dem Marktplatz von Zschopau in der Nähe von Chemnitz. Vor einem Café stehen kleine Bäume, geschmückt mit bunten Ostereiern. Menschen sind nur wenige unterwegs, obwohl alle Geschäfte geöffnet haben: Blumenladen, Bäckerei, Drogerie und so weiter.

Die Stimmung bei denjenigen, die hier vorbeikommen, ist mit Blick auf das Osterfest und den Geldbeutel gemischt: Einige Befragte betonen, dass sie sich trotz steigender Kosten etwas gönnen wollen, da sie das ganze Jahr über arbeiten. Andere haben eine eher entspannte Haltung und lassen sich die Feiertage nicht verderben. Gleichzeitig wird deutlich, dass familiäre Aspekte eine Rolle spielen: Für manche steht das Zusammensein mit den Kindern im Vordergrund, weshalb bewusst nicht gespart wird.

Demgegenüber gibt es aber auch Stimmen, die bewusst verzichten – etwa aus religiösen Gründen – oder Ostern insgesamt keine besondere Bedeutung beimessen.

Ostergeschäft fällt schwächer aus

Für den Einzelhandel ist es nicht egal, ob die Osterfeiertage vor der Tür stehen oder nicht. Das Osterfest ist gleich nach dem Weihnachtsgeschäft die wichtigste Zeit im Jahr, damit die Kassen klingeln. Das sagt René Glaser, der Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Sachsen: "Insgesamt müssen wir in diesem Jahr aufgrund der angespannten wirtschaftlichen und politischen Lage und der damit in Verbindung stehenden verhaltenen Konsumlaune davon ausgehen, dass das Ostergeschäft die Umsatzzahlen des Vorjahres nicht erreichen wird und etwas dahinter zurückbleibt."

Glaser hofft jedoch, dass das Ostergeschäft die Konsumlaune wieder etwas ankurbelt und dem Einzelhandel einen wichtigen Umsatzimpuls geben wird.

Soweit die Prognosen. Die genauen Verkaufszahlen liegen erst nach dem Fest vor. Vor allem auf den Ostersamstag setzen viele Händler noch die Hoffnung, dass die Menschen zum Einkaufen kommen. Mancher Passant in Zschopau wird sein Geld aber gut einteilen. Einige verzichten gezielt auf teurere Produkte und suchen nach günstigeren Alternativen. Andere reduzieren insgesamt den Umfang der Ostergeschenke, indem sie nur kleine Spielzeuge für Kinder kaufen und auf Süßigkeiten verzichten.

Viele Reisen an Ostern geplant

Ähnlich wie im Einzelhandel ist auch für den Tourismus das Osterfest ein wichtiger Saisonauftakt nach dem Winter. In Sachsen zieht es da besonders viele Gäste in die Oberlausitz, die für ihre Oster-Tradition bekannt ist.

Vor allem aus dem Inland kommen die Besucher in den Freistaat, erzählt Ines Nebelung von der sächsischen Tourismus-Marketing-Gesellschaft: "Für dieses Jahr sieht das Ostergeschäft positiv aus. Die Zahlen sind stabil. Die Umfragen in unseren Ferienregionen haben ergeben, dass das Osterwochenende stark gebucht ist, teils sogar ausgebucht. Auch positiv sind die Erwartungen für die gesamten Osterferien, die sich anschließen."

Dennoch gebe es überall zwischen der Oberlausitz und dem Vogtland noch freie Kapazitäten in fast allen Unterkunftsarten, sagt Nebelung.

 Freude an Ostern bleibt

Es zeigt sich also, dass trotz gestiegener Preise für Schokohasen, Kaffee, Kraftstoff und Co. viele Menschen nicht auf das Vergnügen zum Osterfest verzichten wollen. Eine ältere Dame auf dem Marktplatz in Zschopau hat dazu ihre ganz eigene Meinung: "So schlimm ist das nicht, die jammern alle nur."

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