Lieferstopps und hohe Preise verunsichern die Baubranche
- Baustoff-Hersteller halten Lieferungen zurück
- Energiepreise sorgen für Verteuerung und Verunsicherung
- Branche hofft auf rasches Ende des Iran-Krieges
Am Mittwoch war Daniel Hahn einkaufen. Doch im Großhandel erhielt der Geschäftsführer der Baufirma AHB Bau aus Meerane eine schockierende Auskunft: Bitumenbahnen, also Dachpappe, gibt es gar nicht. Abwasserrohre auch nicht.
Baustoffe aus Erdöl könnten deutlich teurer werden
Die Hersteller halten Baustoffe zurzeit offenbar bewusst zurück – und warten, bis sich die Ölpreise beruhigen. Eine Situation, die Daniel Hahns Firma in Schwierigkeiten bringt. Nach Hahns Einschätzung werden nach dem Lieferstopp im Großhandel dann auch noch die Preise steigen. Spekuliert werde, dass Bitumenbahnen dann 35 Prozent mehr kosten sollen, Abwasserrohre sogar um 50 Prozent, so Hahn.
Durch die unsichere Marktlage würden Kalkulationen und Angebote an Kunden sehr erschwert – weil es ja es keine festen Preise mehr gebe. Die Kunden seien verunsichert, "man merkt das, gerade jetzt im Frühjahr" – normalerweise gebe es da einen Bauboom, erklärt Hahn.
Steigende Energiepreise sorgen für Verteuerung und Verunsicherung
Neben Hahns Firma mit vier Angestellten stehen auch zahlreiche andere Bauunternehmen vor enormen Herausforderungen – nicht zuletzt wegen steigender Energiepreise. Nach Ansicht von Tobias Stahl, Bau-Podcaster und selbst Leiter eines Bauunternehmens herrscht angesichts teurer Logistik und teurer Produktion "eine große Angst" im Markt.
Stahl erläutert dazu, dass die meisten Hersteller etwa 20 bis 30 Prozent am direkten Energiemarkt (Spotmarkt) dazukauften. Durch den Iran-Krieg hätten sich die Preise dort verdoppelt. Das habe dazu geführt, dass Baumaterialien wie Steine oder Dachziegel um bis zu zehn Prozent teurer geworden sind.
Die Folgen spüren Häuslebauer, aber auch die Kommunen. Sie müssen bei nach dem Winter übliche Straßenreparaturen Abstriche machen.
Branche hofft auf ein rasches Kriegsende
Stahl zufolge hofft die Branche, dass der Krieg sehr bald zu Ende gehen wird und dass die Folgen nicht so gravierend sein werden wie durch den Ukraine-Krieg.
Der Iran-Krieg wird die Preise kaputt machen, aber zum Glück nicht die Verfügbarkeit so stark beeinträchtigen.
Die Krisenanfälligkeit bereitet auch Matthias Frederichs Sorgen, Hauptgeschäftsführer bei der Interessenvertretung der Branche – beim Bundesverband Baustoffe. Noch sei im Bezug auf den Irankrieg zwar vieles offen, zum Beispiel welche Baustoffe fehlen und in welchem Umfang die Preise steigen könnten. Die Verunsicherung sei jedoch bereits deutlich spürbar. Er fordert dringend Reformen zu mehr Digitalisierung und weniger Bürokratie.
Auch in Baumärkten könnte sich der Irankrieg bemerkbar machen, sagt Podcaster Tobias Stahl. Dort könnten einige Kunden vielleicht auf leere Regale stoßen, bei Erdölprodukten also bei Dämmstoffen oder Abdichtungen.
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