• Das Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz-Zittau richtet das 13. Sächsische Theatertreffen aus.
  • Gezeigt werden Theaterklassiker wie "Maria Stuart" oder "Richard III.", aber auch eine innovative Inszenzierung mit Einsatz von KI.
  • Bei einer öffentlichen Gesprächsrunde zur finanziellen Lage der Theater trifft Intendant Morgenroth auf Ministerpräsident Michael Kretzschmer.

21 Inszenierungen auf 6 Bühnen: In Görlitz und Zittau startet heute das 13. Sächsische Theatertreffen. Bis zum 26. April erwartet die Besucher ein dichtes Programm mit Schauspiel, Tanz und Musical. Neben elf Stadt-, Staats- und Landestheatern aus Sachsen zeigen auch Ensembles aus Polen und Tschechien aktuelle Produktionen. Ausrichter in diesem Jahr ist das Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz und Zittau.

Das Sächsische Theatertreffen gibt es seit inzwischen 26 Jahren und findet im jährlichen Wechsel mit dem Puppentheatertreffen statt. "Die Idee ist eine Leistungsschau der Sächsischen Theater und Schauspielhäuser", erklärt Daniel Morgenroth, Intendant des Gerhart-Hauptmann-Theaters, im Gespräch mit MDR KULTUR. "Jedes Haus schickt eine Produktion ins Rennen und eine Jury kürt dann die beste Produktion Sachsens."

Von Klassikern bis KI

Daniel Morgenroth, Intendant am Gerhart-Hauptmann-TheaterBildrechte: Privat

Das Publikum habe dabei die Möglichkeit, die "besten Stücke auf engem Raum" zu erleben, so der Intendant. So kommt das Theater Plauen-Zwickau mit Shakespeares "Richard III." nach Görlitz. Die Landesbühnen Sachsen führen "Maria Stuart" von Friedrich Schiller in der Neißestadt auf. Er selbst freue sich sehr auf das "Theater Junge Generation" mit seinem Stück "PL[AI]", so Morgenroth. In dem Stück werde mit einer KI improvisiert. "Das ist natürlich ein spannendes Experiment, zu schauen, wie wir mit diesem neuen, digitalen Werkzeug umgehen."

Ein weiterer Festivalbeitrag der Gastgeber ist das Schauspiel "Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben". Das Stück entstand nach dem gleichnamigen Roman von Janosch und in enger Zusammenarbeit mit dem Lubuski Teatr in Zielona Gora (Grünberg). In der Inszenierung wirken drei Mitglieder des Zittauer Ensembles mit, die neben Deutsch auch Polnisch sprechen. "Es wechselt immer wieder die Sprache, aber als Zuschauer merkt man es kaum, weil man so reingezogen ist in dieses Spiel", sagt Intendant Morgenroth. "Und wenn es uns gelingt, Sprachgrenzen aus dem Schauspiel zu überwinden, dann ist das großartig."

Wenn es uns gelingt, Sprachgrenzen (...) zu überwinden, dann ist das großartig.

Daniel Morgenroth, Intendant am Gerhart-Hauptmann-Theater

Lukas Rietzschel beim Theatertreffen

Längst ausgebucht sei laut Veranstalter "Der Girschkarten" von Lukas Rietzschel. Das Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig erlebte im November 2025 seine Uraufführung und ist nun zweimal in Zittau zu sehen. Der Görlitzer Autor sei ein "Zugpferd" in der Region – mit eigener Talkshow am Gerhart-Hauptmann-Theater. "Rietzschels Utopien" laufen seit Anfang der Spielzeit stets vor ausverkauftem Haus. 

"Der Girschkarten" von Lukas Rietzschel beim Sächsischen Theatertreffen ist bereits ausgebucht.Bildrechte: IMAGO/HMB-Media

Das Gerhart-Hauptmann-Theater richtet das diesjährige Festival an seinen beiden Standorten aus und will die internationale Perspektive der eigenen Arbeit im Dreiländereck präsentieren. "Wir haben auch eine deutsch-ruandische Tanzproduktion im Programm. Es ist für jeden was dabei", erklärt Morgenroth

Theater und Spardruck

Die finanziell angespannte Lage der Theater kommt am 25. April zur Sprache, wenn der Görlitzer Intendant den sächsischen Ministerpräsidenten und Schirmherren des Theatertreffens, Michael Kretschmer und den Schriftsteller Simon Strauß, in einer öffentlichen Gesprächsrunde trifft. Unter dem Titel "Mehr als Geld" werde es um die Frage gehen, wie viel Kultur sich der Freistaat künftig in der Fläche leisten könne. Das Theatertreffen aufgrund des Spardrucks möglicherweise sogar ausfallen zu lassen – das habe bisher jedoch nicht zur Debatte gestanden, betonte Morgenroth bei MDR KULTUR: "Wir müssen darüber sprechen, wie wir das vernünftig finanzieren, anstatt irgendetwas wegzukürzen."

Das Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz und Zittau war bereits 2012 Gastgeber für das Sächsische Theatertreffen.

Quelle: MDR KULTUR, dpa; Bearbeitung: ngh

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