Dresdens Residenzschloss öffnet spektakuläre Räume
- Am Mittwoch eröffnet die neue Dauerausstellung "Masken und Kronen" im Dresdner Residenzschloss.
- Mit prunkvollen Schätzen können Besucher in die Zeit höfischer Feste eintauchen.
- Nach jahrelangem Bau ist mit der Fertigstellung der Fest-Etage ein großer Schritt zur Fertigstellung des Residenzschlosses geschafft.
Im Rahmen der neuen Dauerausstellung "Masken und Kronen" sind "großartige Objekte" zu erleben. "Wir sehen den sächsischen Staatsschatz, wie er strahlt, in einer Gebäudehülle, die alle begeistert", schwärmt der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Bernd Ebert im Gespräch mit dem MDR. In der Schau könne man "wie in einer Zeitkapsel zurückreisen".
Über die Englische Treppe gelangt man wie zu höfischen Zeiten in die prächtigen Festsäle: von einem Riesensaal mit Turnierszenen, ins Audienzzimmer der Königin, in zwei Ballsäle bishin zum Propositionsaal, der in die einstigen Paraderäume Augusts des Starken führen.
Nervös durfte ein Pferd vor 300 Jahren nicht sein, wenn es dieses prächtige Sattelzeug mit hunderten Schellen auf den Körper bekam.Bildrechte: Jürgen Lösel/Staatliche Kunstsammlungen DresdenKostbarkeiten erstmals seit 80 Jahren ausgestellt
Bereits am Anfang der Ausstellung wartet eine Rarität, die erstmals seit fast 90 Jahren wieder zu sehen ist: ein sogenannter Inventionsharnisch aus dem 17. Jahrhundert, ein Brustpanzer samt Helm im Stil eines antiken Helden.
Solche Kostüme wurden vom Kurfürsten bei sogenannten Interventionen getragen. "Diese Festaufzüge gingen meistens durch die Straßen Dresdens hin zu den verschiedenen Festlokalitäten, wo dann die eigentlichen Fest unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden haben", erklärt Holger Schuckelt, Oberkonservator der Dresdner Rüstkammer.
Mit Eröffnung des Großen Ballsaals und des Propositionssaals ist die gesamte Festetage des Dresdner Residenzschlosses wieder zugänglich.Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Oliver KilligGlanzvolle Feste am Dresdner Hof leben auf
Angemessen repräsentiert wird diese glanzvolle Festkultur, für die der Dresdner Hof seit dem 16. Jahrhundert weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt war, im frisch rekonstruierten, repräsentativen Ballsaal im Residenzschloss. In großen Glasvitrinen reihen sich reich verzierte Säbel, Rapiere und Lanzen, Reitzeug und Sättel eng aneinander – Requisiten für Feste und Feiern.
Ein Highlight ist die vergoldete Sonnenmaske mit den Gesichtszügen Augusts des Starken, die für den Besuch Frederiks IV. von Dänemark 1709 angefertigt wurde. Und ein reich verzierter Pferdeschlitten erinnert an die Hochzeit von Augusts Sohn mit der Kaisertochter Maria Josepha 1719.
Die vergoldete Sonnenmaske mit den Gesichtszügen Augusts des Starken gehört zu den Ausstellungs-Höhepunkten.Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Oliver KilligWertvolles Machtsymbol: Deutschlands einziger erhaltener Kurhut
Immer wieder zeigt sich an den insgesamt 450 Objekten der Ausstellung "Masken und Kronen", dass es bei all diesen Requisiten nicht nur ums Vergnügen ging. Es ging auch immer auch um die Inszenierung und Legitimation von Macht und Herrschaft. Das wird auch im Propositionssaal deutlich. Hier wird der einzige in Deutschland erhaltene historische Kurhut präsentiert – "das wichtigste Herrschaftssymbol", erklärt Marius Winzeler, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer.
Den blauen Seidensamt-Mantel mit Goldstickerei hatte Sachsens Kurfürst am 15. September 1697 in Krakau getragen, als er König von Polen wurde.Bildrechte: Jürgen Lösel/Staatliche Kunstsammlungen DresdenAußerdem ist August der Starke als lebensgroße Figur zu sehen. Er wurde mit 27 Jahren König von Polen und entwarf seine Krönungskleidung selbst: Dazu gehören ein Rock, der anknüpft an antike Traditionen, ein Harnisch, in dem August gegen die Türken gekämpft hat und der hermelingesäumte Mantel aus blauem Samt.
Fertigstellung des Residenzschlosses bis 2028 geplant
Insgesamt 450 Objekte sind in der Ausstellung "Masken und Kronen" im neu eröffneten Großen Ballsaal sowie dem Propositionssaal zu sehen. Auf der gesamten Festetage können künftig bis zu 5.000 Objekte besichtigt werden. Das Residenzschloss soll nach MDR-Informationen bis 2028 final fertiggestellt werden.
Informationen zur Ausstellung:
Dauerausstellung: "Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof"
ab 22. April 2026
Adresse:
Residenzschloss
Taschenberg 2, 01067 Dresden
Hinweis zur Barrierefreiheit:
Stufenloser Zugang über die Sophienstraße, Taschenberg 2 und die Schloßstraße
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag, 10 bis 18 Uhr
Dienstag geschlossen
Eintritt:
regulär 18 Euro, ermäßigt 13,50 Euro, Schülerinnen und Schüler (unter 20 Jahre) 2 Euro, Kinder bis Schuleintritt frei
Zum Programm der Festwoche
Quellen: MDR (Grit Krause, Andreas Berger), Homepage der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dpa
redaktionelle Bearbeitung: kk, sg
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