DDR-Kunst und mehr: Leipziger MdbK zeigt Schätze aus dem Depot
- Die Ausstellung im MdbK präsentiert Werke, die lange oder noch nie öffentlich gezeigt wurden.
- Zu sehen sind Werke von Max Beckmann sowie der Leipziger Schule, die er beeinflusste.
- Ein Fokus liegt auf Kunst aus der DDR, die in teils überraschenden Kontexten präsentiert wird.
Eine ausladende Schlacht von nackten Menschenleibern beherrscht den ersten Saal der Ausstellung "Bilderkosmos #3" im Leipziger MdbK. Das monumentale Ölgemälde aus dem Jahr 1907 ist rund drei mal drei Meter groß. Weitere Gemälde und Grafiken zeigen schillernde Typen der 1920er- bis 1940er-Jahre: Teppichhändler, Soldaten, Artisten, fragend schauende Frauen oder die Bronze einer "Kriechenden" mit versteinertem Gesicht.
Max Beckmanns monumentales Gemälde "Die Schlacht" von 1907.Bildrechte: Dauerleihgabe Museum Ludwig KölnMax Beckmann beeinflusste Kunst der DDR
Die Werke offenbaren ein Panoptikum der Zeit und stammen allesamt von Max Beckmann. Der große Künstler der Moderne malte auf dem Höhepunkt seiner Kunst figürlich und abstrakt. Beckmann ist zwar ein etwas vergessener Sohn der Stadt Leipzig. Doch von den nachfolgenden Künstlern schauten ihm etliche über die Schulter – besonders am Ort der Leipziger Schule.
Die Kuratorin der Ausstellung Jenny Graser sagte MDR KULTUR: "Max Beckmann ist einer der Künstler, für den die Figuration, das Narrative, das Mythologische, das hinter der Erscheinung Liegende ganz zentral in seinem gesamten Schaffen ist." Das habe viele Künstler aus der DDR stark geprägt und inspiriert. Diese Künstler seien in der Sammlungspräsentation stark vertreten. "Wir haben insgesamt zehn Räume und sieben sind den Künstlern und Künstlerinnen aus der DDR gewidmet", so Graser.
Werke der Leipziger Schule – von Heisig bis Gille
Zum Ende des Rundgangs ergeben sich besondere Sichtachsen auf den Saal mit Beckmanns Kunst. Dort, in letzten Raum, hängen die Künstler der zweiten Generation der Leipziger Schule: Eine Kreuzabnahme von Volker Stelzmann, eine "Versuchung" von Arno Rink, zudem Bernhard Heisigs Portrait von Max Beckmanns Sohns Peter.
Zu sehen sind auch viele nackte Menschenkörper in surrealem Kontext und in expressiven Farben von Sighard Gille. Der Künstler malte 1979 das Foyer des Leipziger Gewandhauses aus. Die Schau demonstriert geradezu, wie Beckmann in den letzten Jahrzehnten die Leipziger Malerei prägte.
Blick in die Ausstellung "Bilderkosmos #3" im MdbK Leipzig. Bildrechte: VG Bild-Kunst, Bonn 2026Musem zeigt Leipziger Künstlerinnen der DDR
Den männlichen Malern aus Leipzig stellt Kuratorin Jenny Graser Werke von Künstlerinnen gleich, die zu DDR-Zeiten in Leipzig ebenfalls malten. Sie stammen aus dem Depot des Leipziger Bildermuseums. Zu sehen ist etwa Monika Geilsdorfs gestrenge Raumpflegerin Frieda P., aber auch eine Beweinung Christi, der früh verstorbenen Malerin Petra Flemming, sowie mehrere Frauenbilder von Doris Ziegler und Puppenkörper, untersucht von Gudrun Brüne. Auch ein Schwarz-Weiß-Foto der Ostberliner Malerin Cornelia Schleime ist zu sehen, die 1984 ausgebürgert wurde.
Doris Zieglers "Frauen in der Spinnerei" von 1978/79 ist eines der Werke von Künstlerinnen aus der DDR, das die Ausstellung zeigt. Bildrechte: VG Bild-Kunst, Bonn 2026Kunstwerke des MdbK sollen in Dialog treten
Die Werke in der Ausstellung – teils auch zeitgenössische Kunst, Plastiken, Fotografien – treten mit jenen aus dem Leipziger Depot in interessante Dialoge. Geometrische Abstraktionen aus Stroh des Berliner Künstlers Olaf Holzapfel kommentieren jene von Hermann Glöckner, von Karl-Heinz Adler und der selten ausgestellten Irmgard Horlbeck-Kappler.
Bildrechte: VG Bild-Kunst, Bonn 2026Hans-Christian Schinks Straßen-Fotos "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" setzt die Ausstellung gegen Wolfgang Mattheuers Gemälde mit ihren stets leicht gewundenen Straßen. Die Schau stellt die Spannungsverhältnisse und Dialoge der Werke untereinander in den Mittelpunkt.
Informationen zur Ausstellung:
"Bilderkosmos #3 Leipzig im Dialog"
23. April 2026 bis 25. April 2027
Museum der bildenden Künste
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig
Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Mittwoch, 12 bis 20 Uhr
Montag geschlossen
Quellen: MDR KULTUR, MdbK Leipzig; redaktionelle Bearbeitung: lig
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