Lithium-Firma darf Probestollen in Zinnwald bohren
Die Vorbereitungen für den Lithium-Abbau im Osterzgebirge gehen weiter. Wie das in England ansässige Unternehmen Zinnwald-Lithium mitteilte, hat das Sächsische Oberbergamt den Bau eines Probestollens genehmigt. Nach Angaben des in England ansässigen Bergbauunternehmens soll dabei etwa einen Kilometer ins Gestein bis zur Hauptlagerstätte gebohrt werden.
Durch den Stollen könnten probeweise bis zu 2.000 Tonnen Erz entnommen werden. Ein Termin für den Baubeginn nahe der B 170 stehe nicht fest.
50 Auflagen von Oberbergamt
Die Genehmigung für den "Explorationsstollen" zur Lagerstätte sei bis Ende 2027 befristet, könne aber verlängert werden, teilte Oberberghauptmann Bernhard Cramer MDR SACHSEN mit. Zudem müsse die Firma "50 Nebenbestimmungen verschiedenster Art" beachten. Welche Auflagen das sind, teilte das Oberbergamt nicht mit.
Planfeststellungsverfahren für Lithiumabbau steht aus
Der eigentliche Abbau liegt offenbar in weiter Ferne. Der Bergbaubehörde zufolge liegt ihr bislang kein Antrag auf das notwendige Planfestellungsverfahren vor. Erst jüngst hatte die Landesdirektion Sachsen für den Abttransport des Rohstoffs einen kilometerlangen Fördertunnel vom Bergwerk in Zinnwald zur Aufbereitungsanlage im Ortsteil Liebenau statt Lkw-Fahrten empfohlen.
Der einheimische Abbau von Lithium würde die EU bei der Herstellung von Smartphones, Solarspeichern und E-Fahrzeugen von ausländischen Importen unabhängiger machen. Bei Anwohnern und Umweltschützern im Osterzgebirge bleibt das Vorhaben umstritten.
MDR (mis/jku/wim)
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