Der Sozialverband VDK befürchtet, dass Teile der geplanten Pflegereform überhaupt nicht zu Einsparungen führen. VDK-Präsidentin Verena Bentele kritisierte im Interview mit MDR AKTUELL, dass Gesundheitsministerin Nina Warken den Zugang zu Pflegegraden erschweren will.

Bentele: Ohne Pflegegrad eins müssten Menschen schneller ins Heim

Der Pflegegrad eins ermögliche, dass Menschen beispielsweise ihr Bad umbauen und dadurch länger zu Hause bleiben könnten. Ohne diese Möglichkeit müssten sie möglicherweise schneller ins Heim. Ob das auf Dauer Geld spare, sei fraglich.

Gleichzeitig begrüßte Bentele die Pläne für mehr Beratungsangebote und Hausbesuche in Pflegehaushalten.

Warken will Gesetzentwurf für Pflegereform vorlegen

Gesundheitsministerin Nina Warken will bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vorlegen. Sie könnte zur Folge haben, dass pflegebedürftige Menschen in Heimen künftig deutlich mehr Geld bezahlen müssen und den Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung erschweren.

Warken sagte am Wochenende, einen Pflegegrad werde man nicht streichen, aber die Vorgaben würden strenger. Um mehr Geld in die Pflegekassen zu bekommen, sollen höhere Einkommen stärker belastet und dafür die Beitragsbemessungsgrenze angehoben werden. 

Warken verwies in diesem Zusammenhang auf ein erwartetes Defizit der Pflegeversicherung für 2027 und 2028 von insgesamt 22,5 Milliarden Euro.

MDR (jb, akq), AFP

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke