• Pro Region nur ein Anbieter
  • Probleme bei Photovoltaikanlagen
  • Netzbetreiber halten sich nicht an Fristen

Wer soll mich zuhause mit Strom beliefern? Bei dieser Frage haben Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland die Wahl zwischen weit über 1.000 Anbietern. Reihenweise Ausweichmöglichkeiten also, wenn es mit einem davon Probleme gibt. Anders sieht das bei den Netzbetreibern aus, die für die Infrastruktur zuständig sind, also Kabel, Masten – oder auch den Zähler im Keller. Hier gibt es in jeder Region nur einen Anbieter.

Pro Region nur ein Anbieter

Das ist historisch so gewachsen, sagt der Sprecher der Bundesnetzagentur, Fiete Wulff, und führt aus: "Es würde sich auch gar nicht lohnen, mehrere Stromleitungen nebeneinander zu legen, ein Haus mit mehreren Stromanschlüssen zu versorgen." Es gebe jeweils eine Stromleitung, ein Kabel und das werde von einem Unternehmen betrieben. Wulff zufolge handelt es sich um das, was Ökonomen ein "natürliches Monopol" nennen.

Es wäre einfach zu teuer, eine solche Infrastruktur doppelt oder dreifach aufzubauen. Das ist übrigens auch in anderen Ländern Europas so. Damit die Kundinnen und Kunden bei Streit nicht automatisch das Nachsehen haben, sind ihre Rechte bei solchen natürlichen Monopolen stärker geschützt, so Wulff.

Probleme bei Photovoltaikanlagen

Was das in der Praxis bedeutet, beobachtet Lorenz Bücklein von der Verbraucherzentrale Sachsen derzeit beim Thema Photovoltaikanlagen. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine und der Energiekrise wollen immer mehr Menschen eigenen Strom mit einer Photovoltaikanlage produzieren. Dafür sind sie auf die Mitarbeit des Netzbetreibers angewiesen, der sie ans Netz anschließen muss.

Und wenn es da Probleme gebe, sei es tatsächlich so, dass der Gesetzgeber dem Ganzen schon mal vorgebaut habe, schildert Bücklein: "Das heißt, für den Netzbetreiber gelten eigentlich erstmal Fristen, an die er sich zu halten hat. Etwa wenn zum Beispiel jemand ein Netzanschlussbegehren hat und ans Netz angeschlossen werden möchte."

Netzbetreiber halten sich nicht an Fristen

Allerdings häufen sich die Fälle, in denen sich Netzbetreiber nicht an diese Fristen halten. Die Verbraucherzentralen können hier helfen. Das gilt auch bei allen anderen Problemen mit dem Netzbetreiber, erklärt Bücklein: So habe man die Möglichkeit, mithilfe der Energieberatung zu gucken, ob irgendwo ein technisches Problem sei. "Wir können außerdem die rechtliche Situation erstmal eruieren, die Sachlage uns noch mal genauer anschauen. Und dann auch gegebenenfalls mit dem Netzbetreiber in Kontakt treten. Und es gibt natürlich auch noch weitere Stufen. Das heißt, man kann tatsächlich auch Rechtsmittel einlegen."

Im ersten Schritt könnte das durch die Beratung selbst geschehen. Oder die Verbraucherzentrale verweist an Schlichtungsstellen, die sich ebenfalls um solche Streitfälle kümmern.

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