Es gab sicherlich bessere Referenzen als die von Pellegrino Matarazzo, um bei potenziellen Arbeitgebern das Zutrauen zu erwecken, dass Gutes entstehen kann. Vielleicht sogar Großes. Grob zusammengefasst verlief die Karriere bei seinen Trainerstationen in Deutschland in etwa so: solider Beginn, irgendwann dann aber besorgniserregende Tendenz – und zwar nach unten.

Kleiner Rückblick. Mit dem VfB Stuttgart stieg er einst aus der 2. Liga auf, nachdem im Laufe der Zeit von den ersten neun Spielen der Saison 2022/23 jedoch kein einziges gewonnen werden konnte, wurde Matarazzo im Oktober 2022 entlassen. Später, Matarazzo war mittlerweile Trainer von 1899 Hoffenheim, stabilisierte er das Team zunächst, führte es dann sogar in die Europa League, ehe er nach einem Saisonstart mit nur neun Punkten aus zehn Spielen im November 2024 von seinen Aufgaben entbunden wurde.

Daraus speisten sich offenbar Daten, die eine nicht sonderlich förderliche Visitenkarte ergaben. Wäre es jedenfalls nach der KI gegangen, hätte Matarazzo jüngst nicht für eine Sensation im spanischen Fußball gesorgt. Doch der Reihe nach. Im Dezember vergangenen Jahres übernahm er den Posten bei Real Sociedad San Sebastián. Das Team belegte damals in der Tabelle nach 17 Spieltagen lediglich Platz 16.

Matarazzo stach Rose beim Casting von Real Sociedad San Sebastián aus

Berichten zufolge war Matarazzo nicht von Beginn an der Favorit für den Job, habe aber, wie es damals hieß, dennoch das seit Oktober von der sportlichen Leitung durchgeführte offene Casting gewonnen. Als weitere Kandidaten galten Thiago Motta, Luis García, Xavier García Pimienta und Marco Rose. Letztgenannter, der von derselben Agentur wie Matarazzo betreut wird, sollte eigentlich die Wunschlösung gewesen sein, seine finanziellen Ansprüche hätten aber für den Klub nicht im Bereich des Vorstellbaren gelegen.

Der 48-Jährige Matarazzo führte das Team seither in der Liga stetig nach oben, derzeit steht Real Sociedad in der Tabelle auf Platz sieben. Zudem lotste er die Basken prompt ins Finale der Copa del Rey, wo sie am Wochenende auf Atlético Madrid trafen und den Champions-League-Halbfinalisten im Elfmeterschießen besiegten. „Matarazzo gewinnt die Herzen der Fans von Real“, schrieb „Mundo Deportivo“ und schwärmte von einer „perfekten Geschichte“ nach dem Erfolg.

Nur wäre der Triumph mit Matarazzo als Trainer nicht zustande gekommen, hätten die Vereinsbosse bei der Suche nach einem neuen Coach auf die Künstliche Intelligenz gehört. Sportdirektor Erik Bretos habe ihm Matarazzo damals vorgeschlagen, erzählte Vereinspräsident Jokin Aperribay nun dem Sender Cadena Ser. Bretos machte sich für den Mann aus New Jersey stark. „Und ich fragte die KI, ob er ein guter Trainer für Real Sociedad sei. Sie sagte mir, dass dies nicht der Fall sei“, erinnerte sich Aperribay lachend und ergänzte: „Zum Glück habe ich auf Erik vertraut.“

Die KI hatte indes, wie Aperribay erzählte, ihre Meinung über den Trainer geändert, noch bevor er die erste Trophäe seiner Karriere in die Höhe recken durfte. Er habe die Künstliche Intelligenz nach dem Sieg im Pokalhalbfinale gegen Athletic Bilbao erneut gefragt, berichtete der Klub-Boss, um seine Entscheidung zu untermauern. Nun schien auch das System überzeugt – und lobte Matarazzo als einen „hervorragenden Trainer“.

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