• Komplexe Anlagen wie Stromnetze zu hundert Prozent zu schützen, ist nicht möglich. Trotzdem haben die Netzbetreiber zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
  • Die Betreiber beklagen, dass zu viele sicherheitsrelevante Details der Stromnetze öffentlich einsehbar sind.
  • Nach dem Anschlag in Berlin unterstützt SachsenEnergie mit Notstromaggregaten den Netzbetrieb in der Hauptstadt.

Die Energieversorger sind sich in einem einig. Sicher könne man sich als Netzbetreiber nie ganz vor Anschlägen schützen – das sagt auch Frank Viereckl von der Leipziger Gruppe. Ein hundertprozentiger Schutz sei nicht möglich.

Kein hundertprozentiger Schutz, aber zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen

Diese Einschätzung teilt auch Torsten Schöley von der SachsenNetze GmbH. Aber was möglich sei, werde gemacht, von Risikoanalysen bis zu konkreten Sicherheitsvorkehrungen: "Das sind zum Beispiel die Sicherheit der Anlagen, Sicherheit durch Zäune, Überwachungssysteme oder auch verschiedene Zugangskontrollen. Aber es gibt natürlich auch technische Maßnahmen, wie im IT-Bereich üblich, Firewalls, Verschlüsselung, aber auch regelmäßige Sicherheitsupdates für die IT-Systeme gehören dort genauso mit dazu."

Es gibt gesetzliche Vorgaben, die Netzbetreiber erfüllen müssen, um die Stromversorgung zu schützen und im Zweifelsfall wiederherzustellen. Mehr Details möchten die Netzbetreiber aber nicht nennen.

Netzbetreiber: Zu viele sicherheitsrelevante Details öffentlich

Für Schöley sind bereits jetzt zu viele Details über die kritische Infrastruktur öffentlich: "Kritisch und sicherlich intensiv diskutiert werden muss das Thema der Veröffentlichung der sensiblen Daten und Strukturen der kritischen Infrastrukturen, also beispielsweise ganz konkret Netzdaten, die ja im Internet für jeden einsehbar sind."

Dem stimmt auch Frank Viereckl von der Leipziger Gruppe zu. Je mehr die Öffentlichkeit weiß, um so angreifbarer wird die Infrastruktur: "Es gibt auch andere präventive Maßnahmen, über die natürlich sehr ungern geredet wird. In dem Moment, wo das bekannt ist, kann man das ja noch leichter umgehen."

SachsenEnergie unterstützt in Berlin mit Notstromaggregaten

Ein Punkt, den zuletzt auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul betont hatte: Täter könnten leicht online recherchieren, wo sich etwa sensible Knotenpunkte bei der Stromversorgung befänden, hatte der Minister kritisiert. 

Bis in Berlin der Strom wieder fließt, kommt auch Hilfe vom Netzbetreiber SachsenEnergie – in Form von zwei Netzersatzanlagen, sagt Schöley: "Das sind Notstromaggregate, also eine sogenannte Ersatzstromversorgung, womit dann im Niederspannungsnetz einfach die Versorgung der Kunden, der Bevölkerung, der Häuser vorgenommen werden kann."

Eine möglichst rasche Wiederversorgung mit Strom und eine gute Vorbereitung auf Notfälle aller Szenarien – darauf liegt für die Netzbetreiber der große Fokus. 

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke