Magdeburg setzt mit Aktionswoche Zeichen für Demokratie
- Die Aktionswoche "Eine Stadt für Alle" will in Magdeburg ein Zeichen für Demokratie und Weltoffenheit setzen.
- Dazu wird z.B. in der Stadtbibliothek eine Ausstellung zu ermordeten jüdischen Kindern gezeigt.
- Es wird Beethovens 9. Sinfonie zu Gedenken an die Bombardierung Magdeburgs aufgeführt.
Am 16. Januar erinnert Magdeburg zum 81. Mal an die Bombardierung und starke Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Es ist ein Tag des Gedenkens an die Opfer, aber auch an die Tatsache, dass der Krieg, der die Zerstörung der Stadt zur Folge hatte, von Deutschland selbst ausging.
Schülerinnen und Schüler haben sich schon in den vergangenen Jahren an der Aktionswoche "Eine Stadt für Alle" beteiligt.Bildrechte: MDR-SACHSEN-ANHALTVom 16. bis 27. Januar 2026 gibt es dazu die Aktionswoche "Eine Stadt für Alle" der Initiative Weltoffenes Magdeburg. Über 120 Verbände, Vereine und Bildungsträger wollen hier ein Zeichen für Demokratie und Weltoffenheit setzen und sich klar gegen Hass, Gewalt und Rassismus aussprechen.
Es gibt uns als Kulturschaffenden und als engagierten Menschen in dieser Stadt auch ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Zusammenhalt – und zu zeigen: Hey, du bist nicht allein!
Woche voller Konzerte, Filme und mehr
Birgit Bursee von der Initiative Weltoffenes Magdeburg hat die Aktionswoche organisiert. Im Gespräch mit MDR KULTUR sagte sie, dass es hier um ein Gedenken an die Opfer gehe, aber natürlich auch um ein "Erinnern an die Verantwortung, dass so etwas nicht wieder passiert."
Blick auf eine Demo im Rahmen von "Eine Stadt für Alle" 2025.Bildrechte: MDR/Sören ThümlerDie Aktionswoche ist ein Gegenstatement zu den Neonazis, die das Gedenken am 16. Januar immer wieder für ihren vermeintlichen "Trauermarsch" missbraucht hatten. In diesem Jahr steht die Aktionswoche "Eine Stadt für Alle" aber auch vor dem Hintergrund der im September anstehenden Landtagswahlen.
Dazu sagt Bursee: "Natürlich machen die Prognosen vielen Menschen Angst, insbesondere auch Menschen mit Migrationsgeschichte." Trotz hoher Wahlergebnisse für rechtsextreme Parteien, gebe es "natürlich trotzdem viele Menschen, die sich diesen widersetzen wollen", so Bursee. Und so gibt es während der Aktionswoche ein umfangreiches Programm – mit Lesungen, Konzerten, Streitgesprächen, Mahnwachen oder Filmvorführungen.
Ausstellung zu ermordeten jüdischen Kindern
In der Stadtbibliothek wird die Wanderausstellung "Die Kinder vom Bullenhuser Damm – Morgen darf nicht gestern sein" gezeigt. In der Schau geht es um medizinische Experimente an 20 jüdischen Kindern im Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg. Dabei gibt es über den KZ-Arzt Kurt Heißmeyer auch eine fatale Verbindung nach Magdeburg.
DIe Ausstellung "Die Kinder vom Bullenhuser Damm" erinnert an die medizinischen Versuche und die Ermordung von 20 Jüdischen Kindernim Alter zwischen 5 und 12 Jahren.Bildrechte: picture alliance/dpa | Marcus BrandtHeißmeyer habe menschenverachtende Versuche an jüdischen Kindern verübt, sei aber nach dem Krieg in Magdeburg erfolgreich als Lungenfachmann tätig gewesen, erläutert der Historiker Maik Hattenhorst von der Stadtbibliothek Magdeburg. Die Kinder wurden am Bullenhuser Damm in Hamburg von der SS ermordet. Erst Anfang der 60er-Jahre flog Heißmeyer auf und wurde vor ein Gericht gestellt.
Gedenkkonzert mit Beethovens Neunter
Am Theater Magdeburg gibt es neben Beethovens 9. Sinfonie als traditionellem Gedenkkonzert am 16. Januar auch eine Lesung mit Michel Abdollahi. Der Autor und Filmemacher setzt sich in seinem Buch "Das ist unser Land" damit auseinander, wie viel schwieriger es für Menschen mit Migrationshintergrund geworden sei, im ländlichen Raum unterwegs zu sein.
Michel Abdollahi liest aus seinem Buch "Das ist unser Land".Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNKMarie Schulze vom Theater Magdeburg merkt an, dass die Aktionswoche den Kulturschaffenden und engagierten Menschen der Stadt ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Zusammenhalt gebe. Und auch die Möglichkeit zu zeigen: Hey, du bist nicht allein!
Quelle: MDR KULTUR (Sandra Meyer), Initiative Weltoffenes Magdeburg, Gedenkstätte Bullenhuser Damm
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