BSW in Leipzig beschäftigt israelfeindliche Aktivistin
Die BSW-Fraktion im Leipziger Stadtrat beschäftigt ein Mitglied der pro-palästinensischen Handala-Gruppe, die vom sächsischen Verfassungsschutz als "gesichert extremistisch"eingestuft wird. Nach Recherchen von MDR Investigativ handelt es sich dabei um die Leipzigerin Katja J. Sie soll auch Anmelderin einer für Samstag in Connewitz angekündigten Demonstration unter dem Motto "Antifa means: Free Palestine" sein. Sie richtet sich gegen jene Strömungen innerhalb der Linken, die eine pro-israelische Haltung einnehmen, häufig auch als "Antideutsche" bezeichnet werden und die in Connewitz stark vertreten sind.
Wie die BSW-Fraktion MDR Investigativ auf Nachfrage bestätigte, ist Katja J. als stellvertretende Geschäftsführerin der Fraktion beschäftigt.
BSW: "Wird von uns nicht näher bewertet"
Das Engagement bei Handala sei der Fraktion bekannt, man wolle dieses jedoch nicht näher bewerten. "Da es in der Freizeit stattfindet und wir als Arbeitgeber nicht die Freizeitaktivitäten unserer Angestellten überwachen möchten", erklärte der Fraktionsvorsitzende Eric Recke gegenüber MDR Investigativ.
Über Auftritte und Ziele der Handala-Gruppe sei man zudem nicht hinreichend informiert, um dazu eine Einschätzung abgeben zu können. Auch dass Katja J. im August 2025 im Monatsbericht des sächsischen Verfassungsschutzes namentlich erwähnt wurde, sei der Fraktion nicht bekannt gewesen. "Aber der Grund für die Nennung erschließt sich uns auch nicht", sagte Recke. Laut Verfassungsschutz trat J. auch schon als Rednerin bei Handala-Aktionen auf.
Eine Stellungnahme von Katja J. selbst liegt bislang nicht vor, auf eine MDR-Anfrage reagierte sie bislang nicht.
Verfassungsschutz: Gruppe spricht Israel das Existenzrecht ab
Der sächsische Verfassungsschutz ordnet Handala dem Bereich des "auslandsbezogenen Extremismus" zu und schätzt die Gruppe auf etwa 20 Mitglieder. Laut Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2024 leugnen Mitglieder der Gruppe das Existenzrecht Israels und überschreiten dabei regelmäßig die Grenze zum Antisemitismus. Zudem werde die Terrororganisation Hamas in Veröffentlichungen und Aktionen verherrlicht. Handala bestreitet den Vorwurf, antisemitisch zu sein.
Katja J. war bis Ende des vergangenen Jahres Vorstandsmitglied des Vereins "Handala e.V.", der sich im Dezember aufgelöst hat. Die Gruppierung selbst besteht jedoch offenbar fort. Darauf deutet unter anderem auch die Mobilisierung für die geplante Demonstration durch Connewitz hin.
MDR (Daniel Salpius, Edgar Lopez)
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