Mögliches Frühsignal für Bauchspeicheldrüsenkrebs
Ein Pankreaskarzinom, also ein Bauchspeicheldrüsenkrebs, ist eine seltene Erkrankung. Doch wen es erwischt, für den bedeutet das meist einen raschen Tod. Nur 13 Prozent der Patienten überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Ein Problem ist, dass die ersten Anzeichen oft unscheinbar sind, der Krebs nach Ausbruch dann aber oft einen sehr aggressiven Verlauf nimmt. Forscher aus Halle sind jetzt einer kleinen Veränderung auf der Spur, die ein frühes Warnsignal bringen könnte.
Frühe Stadien im Fokus: Mausmodelle helfen, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verstehen
Ein großes Problem bislang: Über die frühen Krankheitsstadien gibt es nur wenige Daten. Doch die wären extrem wertvoll, sagt Helmut Laumen, Leiter des Forschungslabors der Inneren Medizin I an der Universitätsmedizin Halle. "Eine gute Früherkennung bleibt entscheidend, um Bauchspeicheldrüsenkrebs effektiv behandeln zu können."
Deshalb haben die Wissenschaftler Mäuse genetisch verändert. Die Tiermodelle wurden einerseits mit einer bestimmten Mutation ausgestattet, die häufig bei Menschen mit Pankreaskarzinom vorkommt, aber allein nicht für den Ausbruch der Krankheit entscheidend ist. Andererseits bekamen die Mäuse ein Gen, das eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse auslöst, eine sogenannte Pankreatitis.
Signalwege im Tumorvorfeld: Treiben bestimmte Zelltypen die Krebsentwicklung an?
Diese Kombination führte zu einer krankhaften Vermehrung von Bindegewebe (Fibrose) und verstärkte die Bildung früher Vorstufen eines Karzinoms. Insgesamt wurde die Bildung von Tumoren beschleunigt. Unter diesen Bedingungen konnten die Forschenden studieren, wie in den Bauspeicheldrüsen der Mäuse verschiedene Zellen miteinander kommunizierten. So sahen sie, dass Signalwege, die an Entzündung und Krebsbildung beteiligt waren, sich gegenseitig verstärkten.
In den Prozessen wirkten zum einen Zellen, die Verdauungsenzyme herstellten und Bindegewebe produzierten. Zum anderen fanden die Forschenden besonders stark aktivierte Gangzellen. Sie sind dafür zuständig, Verdauungssäfte aus der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm zu leiten. Die krankhafte Aktivierung zeigte sich dabei schon in sehr frühen Stadien der chronischen Entzündung.
Ansatz für Früherkennung: Aktivierte Gangzellen als möglicher Marker für Hochrisikopatienten
In nun anschließenden Studien könnten diese Zellen ein Ausgangspunkt dafür sein, um Patienten mit hohen Risiken zu erkennen. Diese könnten dann überwacht und im Fall einer Tumorentstehung frühzeitig behandelt werden.
Links/Studien
- Inamdar, Krannich, Hesselbarthet al.(2026): Hereditary chronic pancreatitis induced plasticity cooperates with mutant Kras in early pancreatic carcinogenesis, Gut
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