• Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung identifiziert vier Probleme, die junge Menschen vom Wählen abhalten können.
  • Experten raten zu Erinnerungs-SMS oder auch einem Zukunftsrat, um die Wahl-Motivation in dieser Gruppe zu erhöhen.
  • Die Beteiligung der 18- bis 29- Jährigen an der Bundestagswahl 2025 fiel geringer aus als in der Gesamtbevölkerung.

Eine Erinnerung per SMS, Wahlsimulationen in Schulen und mehr Mitgestaltung könnten einer Studie zufolge die Wahlbeteiligung bei jungen Menschen erhöhen. Die Bertelsmann-Stiftung listet in einem am Dienstag veröffentlichten Papier vier Hürden auf, die junge Wahlberechtigte vom Gang an die Urne abhalten. Neben Problemen beim Zugang seien das Kompetenz, Motivation und Resonanz.

Erinnerungs-SMS, einheitlicher Politik-Unterricht und ein Zukunftsrat

Um jungen Menschen den Gang ins Wahllokal zu erleichtern, schlagen die Experten unter anderem vor, dass die Wahlämter per SMS an anstehende Wahlen erinnern können. Dies führe beispielsweise in Schweden nachweislich zu einer höheren Wahlbeteiligung vor allem bei jungen Wählern.

Zudem könnten die Kompetenzen junger Menschen durch verstärkten und bundesweit einheitlichen Politikunterricht in den Schulen etwa zum Wahlrecht gesteigert werden. Auch Wahlsimulationen an den Schulen wie die "Unter-18-Wahl" sowie eine Absenkung des Wahlalters könnten die Motivation zum Wählen erhöhen.

Die Studie schlägt auch Möglichkeiten für echte Mitgestaltung vor, etwa durch einen Zukunftsrat junger Menschen, der den Bundestag bei der Gesetzgebung berät, sowie Dialogformate.

Soziale Netzwerke spielen der Studie zufolge ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie machen politische Themen für junge Menschen sichtbarer und können Interesse wecken ‒ zugleich kann die ständige Präsenz politischer Debatten demnach auch überfordern und zu Rückzug führen.

Junge Altersgruppe mit geringster Wahlbeteiligung

Die Beteiligung junger Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren an den Bundestagswahlen nähert sich zwar seit 2009 dem Durchschnitt an, liegt aber noch immer leicht darunter. 2025 lag sie bei rund 79 Prozent, während in der Gesamtbevölkerung rund 83 Prozent ihre Stimme abgaben. Damit sei die junge Altersgruppe weiterhin die mit der geringsten Beteiligung, so die Stiftung.

AFP/KNA (lik)

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