• Bei Ostermärschen demonstrieren in Thüringen und Sachsen-Anhalt Gruppen für Frieden und gegen Aufrüstung.
  • Die Linke in Thüringen sieht die Ostermärsche als gemeinsames Zeichen für Frieden in Zeiten von Unsicherheit und Konflikten.
  • Die Linke in Sachsen sieht den ersten Dresdner Ostermarsch als notwendiges Zeichen gegen zunehmende Kriegsrhetorik.

Sie üben. Die Mitglieder des Arbeiterchors Stendal. Für ihren Ostermarsch 2026. Am Montag wird in Stendal demonstriert für Frieden – und gegen Krieg, Wehrpflicht und Aufrüstung.

Früher beginnt der Protestzug in Thüringen. Schon am Donnerstagnachmittag werden in Erfurt und Jena Menschen auf die Straße gehen, werden ihrem Wunsch nach Frieden Gehör und Ausdruck verleihen.

Aufgerufen dazu hat ein Bündnis von Parteien und Organisationen. Darunter das BSW, dessen Landeschefin Katja Wolf schreibt: "Frieden ist die Grundlage für soziale Sicherheit, Aufrüstung löst keine Konflikte, sondern verschärft sie."

Insgesamt fünf Ostermärsche wird es geben im Freistaat. Erfurt und Jena am Donnerstag. Ohrdruf, Suhl und Weimar am Samstag.

Linke hofft auf Einigkeit bei Demonstrationen

Es sei eine bewusste Entscheidung zur Vielfalt, sagt Katja Maurer, Landesvorsitzende der Linken. Die Partei gehört ebenfalls zu den Organisatoren. Die Linke könne die Menschen verstehen, die auf die Straße gehen wollen, sagt Maurer: "Es gibt viel Verwirrung, auf welcher Seite man eigentlich steht. Wo ist Krieg? Ist Aufrüstung richtig oder nicht? Was machen wir eigentlich? Wir erleben das alle an unserem privaten Küchentisch, dass die Leute Angst und Sorgen haben und darüber diskutieren."

Ostermärsche gibt es in Thüringen jedes Jahr. Diesmal mit besonderer Relevanz, so die Linken-Politikerin. Der Krieg in der Ukraine ist noch nicht vorbei. Der Krieg im Iran befindet sich in einem ungewissen Stadium. Dazu der Ruf nach Aufrüstung, der Ruf nach der Wehrpflicht. Dazu die steigenden Energie-Preise. Das Ergebnis sind Alltags-Sorgen für jede und jeden.

Deshalb hofft Katja Maurer auf eine rege Beteiligung an friedlichen Demonstrationen: "Dass die Leute sich unter dem Gedanken des Friedens vereinen können und nicht darüber diskutieren werden, welches Land welche richtige Position hat. Am Ende geht es um die Zivilgesellschaft, die unter den Kriegen leidet." Maurer hofft, dass man sich darauf einigen kann und dass die Ostermärsche nicht zu einer Stellvertreter-Demonstration für andere Konflikte werden.

Proteste gegen Kriege

Eine Hoffnung, die von der Linken in Sachsen geteilt wird. Im Freistaat organisiert der Stadtverband Dresden einen Ostermarsch. Am Samstag ab 11 Uhr auf dem Körnerplatz.

Für die Linke in der sächsischen Landeshauptstadt eine Premiere. Eine notwendige Premiere, sagt Claudia Ernst, die stellvertretende Vorsitzende: "Weil wir nur noch über Krieg reden. Überall flammen Kriege auf – nicht nur Konflikte, sondern Kriege. Jeder glaubt, Krieg mit dem anderen führen zu können. Dagegen muss man Druck machen."

Wie viele Menschen kommen und an der Elbe demonstrieren werden – eine Prognose will Claudia Ernst nicht wagen. Für sie spielt die Zahl keine Rolle: "Wir lassen uns gern überraschen und freuen uns vor allem auf den Sonnabend."

Regelmäßige Proteste gegen Aufrüstung

In Stendal haben Ostermärsche Tradition. Ebenso wie einmal im Monat ein Friedensweg entlang der Colbitz-Letzlinger Heide, in der die Bundeswehr ein Gefechtsübungszentrum betreibt. Malte Fröhlich gehört zum Organisatoren-Team, sieht für den Marsch am kommenden Montag eine Notwendigkeit. Es brauche lauten Protest gegen die Aufrüstung.

Es brauche genauso das Gespräch miteinander, sagt Fröhlich. "Wie soll ich Politik auf eine andere Art und auf ein Gegenüber abstimmen, wenn ich mir nicht die Mühe mache, die Gegenseite zu verstehen?" Er habe das schon in der Corona-Zeit beobachtet, dass Feindschaften aufgebaut würden, wo eigentlich nur verschiedene Ansätze da seien, sagt Fröhlich.

Deshalb werden in Stendal unter anderem sowohl Vertreter des BSW als auch der Linken auf der Bühne stehen und zu den Menschen sprechen. Und der Arbeiterchor Stendal wird singen.

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