Warum der Bau von Batteriespeichern nur schleppend vorangeht
- Im letzten Versorgungssicherheitsbericht der Bundesnetzagentur wurden Batteriespeicher noch wenig gewürdigt – ganz anders als Gaskraftwerke.
- Die Technologie ist vielversprechend und kostengünstig.
- Das Genehmigungsverfahren für neue Batteriespeicher ist jedoch immer noch langwierig. Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert Verbesserungen.
Die Bundesregierung setzt auf den Bau neuer Gaskraftwerke. Sie sollen einspringen, wenn Wind und Sonne nicht liefern – als Rückgrat für eine stabile Stromversorgung. Kritiker warnen, dass neue Gaskraftwerke fossile Abhängigkeiten zementieren könnten. Eine mögliche Alternative könnten Batteriespeicher sein. Die können überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen.
Versorgungssicherheit: Batteriespeicher bisher noch kaum gewürdigt
Georg Gallmetzer ist Geschäftsführer der Ecostore GmbH. Das Unternehmen baut in Förderstedt im Salzlandkreis einen Batteriespeicher, der noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll. Die Anlage könnte 500.000 Haushalte zwei Stunden lang mit gespeichertem Strom versorgen.
Im jüngsten Versorgungssicherheitsbericht der Bundesnetzagentur werden die Batteriespeicher – im Gegensatz zu Gaskraftwerken – aber kaum gewürdigt, so Gallmetzer: "Das hat damit zu tun, dass wir erst seit Kurzem qualitativ hochwertige Batteriezellen und Technologien zur Verfügung haben. Der Versorgungsicherheitsbericht nutzt dabei die Daten aus 2024 und hat eben nur das eine Werkzeug benutzt, was leider das Teurere der beiden Werkzeugvarianten ist und auch das Umweltschädlichere und auch das, wo die Abhängigkeit der Despoten dieser Welt weiterhin besteht."
Batteriespeicher günstig und nicht auf Subventionen angewiesen
Ähnliche Kritik äußert auch der Bundesverband Solarwirtschaft. Laut Sprecher Thomas Seltmann muss die Bundesnetzagentur darauf achten, dass die Stromkosten für Verbraucher so niedrig wie möglich gehalten werden können: "Es zeichnet sich heute schon ab, dass Batteriespeicher eben auch ein sehr kostengünstiges Instrument sind. Insofern ist unser Ansatz, Batteriespeicher vorrangig hier einzusetzen und auch zu aktivieren, weil sie offensichtlich die Kosten insgesamt minimieren können."
Ein entscheidender Vorteil von Batteriespeichern ist für Georg Gallmetzer, dass der Bau ohne staatliche Subventionen auskommt: "Es ist sogar umgekehrt. Durch den Betrieb dieser privat finanzierten Anlagen werden die Netzentgelte ein bisschen günstiger, es sinken die Strompreise ein bisschen und die Anlagen zahlen lokale Gewerbesteuer. Der Steuerzahler muss weniger für die Finanzierung der Erneuerbaren ausgeben, weil die Erneuerbaren in Kombination mit Speichern bessere Marktpreise erzielen."
Langwierige Genehmigung: Solarwirtschaft fordert Verbesserungen
Der Unternehmer und auch der Bundesverband Solarwirtschaft kritisieren, dass derzeit die Genehmigungsverfahren für große Speicherprojekte oft komplex und langwierig sind. Da müsse der Gesetzgeber nachbessern, so Thomas Seltmann vom Bundesverband: "Man muss sagen, dass im Bundestag eigentlich schon länger das Thema aufgekommen ist und auch sehr progressiv vorangetragen wurde. Da hinkt einfach die praktische Politik in Form von Gesetzgebung, Regelsetzung und beim Regulierer – bei der Bundesnetzagentur – ein Stück weit hinterher. Wir hoffen, dass die Regulatorik sich schnell auch an die Realität anpasst und an das Potential und die Möglichkeiten."
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht ihre Rechtsauffassungen zum Thema im Internet – mit regelmäßigen Anpassungen. Die letzten Änderungen dort stammen von Mitte März. Die Netzagentur spricht von einem sich rasch ändernden Markt. Die gesetzlichen Vorgaben müssten regelmäßig geändert werden, das brauche aber Zeit. Für ein Interview stand die Agentur allerdings nicht bereit.
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