• Bayern und NRW mit meisten Lücken
  • Im Herbst 2025 fehlten noch 30 Standorte mehr
  • Auch Automaten als Post-Filialen anerkannt

Von den bundesweit 130 unbesetzten Pflichtstandorten im Filialnetz der Deutschen Post liegen 13 in Mitteldeutschland. Das geht aus einer Liste der Bundesnetzagentur von Mitte April 2026 hervor. Demnach sind aktuell sieben Pflichtstandorte in Sachsen, fünf in Sachsen-Anhalt und einer in Thüringen nicht besetzt.

  • Sachsen: Dresden Hellerau/Wilschdorf, Dresden-Pillnitz-Hosterwitz, Struppen, Pirna-Graupa, Schwepnitz*, Weißenberg, Limbach-Oberfrohna
  • Sachsen-Anhalt: Halle-Frohe Zukunft, Alsleben (Saale)*, Elsteraue, Brehna, Am Großen Bruch
  • Thüringen: Am Ettersberg*

Für drei der Standorte (mit * markiert) hat die Post den Angaben zufolge angekündigt, bis Ende des Jahres eine neue Filiale oder einen Automaten einzurichten. In Brandenburg fehlen der Liste zufolge derzeit 13 Post-Filialen.

Als unbesetzte Pflichtstandorte der Deutschen Post AG gelten Orte, an denen das Unternehmen keine Filialen hat, obwohl es dort welche haben müsste. Die Post ist gesetzlich verpflichtet in allen Gemeinden und zusammenhängenden Wohngebieten mit mehr als 2.000 Einwohnern mindestens eine Filiale zu betreiben. Außerdem muss in zusammenhängend bebauten Wohngebieten mit mehr als 4.000 Einwohnern eine Filiale in höchstens zwei Kilometern Entfernung erreichbar sein.

Bayern und NRW mit meisten Lücken

In den bevölkerungsreichen westdeutschen Flächenländern ist die Zahl entsprechend höher. Laut Bundesnetzagentur sind in Bayern 24 Pflichtstandorte unbesetzt, in Nordrhein-Westfalen sind es 23 und in Baden-Württemberg 18.

Im Herbst 2025 fehlten noch 30 Standorte mehr

Obwohl die Post bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorschrift zur Flächenpräsenz weiterhin Probleme hat, macht sie dennoch Fortschritte. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, gab es zwar Mitte April bundesweit die besagten 130 unbesetzten Pflichtstandorte. Im September 2025 seien es aber noch 30 fehlende Filialen mehr gewesen.

Eine Post-Sprecherin begründete die Lücken mit dem Strukturwandel des Einzelhandels, vor allem im ländlichen Raum. Mancherorts gebe es kein Geschäft mehr, das einen Postschalter haben könnte. Man arbeite intensiv an Lösungen. Es handele sich nur um vorübergehende Lücken, versicherte die Sprecherin.

Auch Automaten als Post-Filialen anerkannt

Um das Problem in den Griff zu bekommen, werden seit vergangenem Jahr auch Automaten als Post-Filiale anerkannt. Dabei handelt es sich um Stationen, an denen fast alle postalischen Leistungen zu haben sind. Man kann Briefmarken kaufen, Briefe einwerfen, Pakete frankieren sowie Pakete abgeben und abholen. Außerdem gibt es die Möglichkeit zur Videoberatung über ein Display.

Zusätzlich zu den vorgeschriebenen Höchstabständen zu ihren Filialen ist die Post auch verpflichtet bundesweit mindestens 12.000 Filialen zu betreiben. Diese Messlatte überspringt die Post. Sie hat nach eigenen Angaben allein 12.400 Filialen mit Personal.

dpa (dni)

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