• Anstieg der registrierten Sexualdelikte um 8,5 Prozent
  • Gesamtzahl der Straftaten bundesweit zurückgegangen
  • Mehr Fälle von Mord, Totschlag und Tötung registriert

Gegen einen insgesamt rückläufigen Trend bei der Kriminalität in Deutschland ist die Zahl der Vergewaltigungen im vergangenen Jahr stark gestiegen. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik hervor.

Demnach gab es 2025 fast 14.500 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen im besonders schweren Fall. Das waren 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, sagte, der Anstieg sei vermutlich auch auf eine gestiegene Anzeigebereitschaft zurückzuführen.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Andy Grote, sagte mit Blick auf die Gesamtstatistik, Deutschland sei über die Jahrzehnte ein immer sichereres Land geworden. Frauen könnten sich aber mit Blick auf Sexualstraftaten nicht so sicher fühlen, "wie wir uns das alle wünschen würden", so der SPD-Politiker.

Etwas weniger Straftaten als noch 2024

Bundesweit war im vergangenen Jahr ein leichter Rückgang zu verzeichnen: 2025 wurden der Statistik zufolge 5.508.559 Straftaten registriert. Das sind 5,6 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Bei Tötungsdelikten und einigen weiteren besonders schweren Straftaten gab es allerdings teils deutliche Anstiege. Die Aufklärungsquote blieb im vergangenen Jahr mit 57,9 Prozent weitgehend unverändert, 2024 waren es 58,0 Prozent. Die Zahl unerlaubter Einreisen sank um 27,5 Prozent, die unerlaubter Aufenthalte um 31,3 Prozent.

Den Rückgang der registrierten Delikte im Jahresvergleich führten die Behörden unter anderem auf die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und daraus hergestellter Produkte zurück. Eine Vergleichbarkeit sei deshalb nur bedingt gegeben. Die Zahl der Rauschgiftdelikte sank um 27,7 Prozent.

Mehr Fälle von Mord, Totschlag und Tötung

Besonders starke Anstiege gab es laut Statistik hingegen bei sogenannten Neuen Psychoaktiven Substanzen mit plus 25,5 Prozent sowie bei Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung jugendpornographischer Inhalte mit plus 19,9 Prozent.

Bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen gab es einen Anstieg von 8,4 Prozent. Steigende Zahlen gab es auch bei Computer- und Leistungsbetrug sowie Wohnungseinbrüchen. Zurückgegangen ist hingegen die Zahl der Straftaten bei Raub und räuberischer Erpressung sowie auch bei Diebstählen.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik wird jährlich bundesweit auf Grundlage der von den 16 Landeskriminalämtern übermittelten Daten erstellt.

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