Bundeswehr investiert Milliarden in Mitteldeutschland
- Die Bundeswehr plant Milliardeninvestitionen in Mitteldeutschland.
- Sachsen erhält mit 1,63 Milliarden Euro den größten Anteil der Investitionen.
- Die Bundeswehr prüft auch die Reaktivierung stillgelegter Militärstandorte.
- Neue Musterungszentren sollen ab 2027 eine flächendeckende Musterung ermöglichen.
Die Bundeswehr plant Investitionen von rund vier Milliarden Euro in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums betreffen die Vorhaben "weitgehend alle Bereiche der Infrastruktur". Vorgesehen sind demnach Investitionen von 1,45 Milliarden Euro bis 2029 sowie weitere 2,49 Milliarden Euro bis 2035. Dabei handele es sich um Prognosen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Diese könnten sich "aufgrund der derzeitigen weltpolitischen Lage mit großer Wahrscheinlichkeit" noch verändern.
Bundeswehr investiert 1,63 Milliarden Euro in Sachsen
Der größte Anteil der Investitionen soll nach Sachsen fließen. Für den Freistaat sind insgesamt 1,63 Milliarden Euro vorgesehen. Bereits 2023 hatte das Ministerium entschieden, im ostsächsischen Bernsdorf-Straßgräbchen in der Oberlausitz (Landkreis Bautzen) einen neuen Bundeswehrstandort aufzubauen. Dort soll ein neu aufzustellendes Logistikbataillon mit etwa 800 Dienstposten stationiert werden. Allein dafür werden in den kommenden zehn Jahren Investitionen von rund 700 Millionen Euro fällig, hatte zuletzt Ulf Bandiko, Staatssekretär im sächsischen Innenministerium, erklärt.
Bundeswehr prüft Reaktivierung alter Standorte
Nach Sachsen-Anhalt sollen weitere 1,37 Milliarden Euro fließen, nach Thüringen 944 Millionen Euro. Welche Standorte in den drei mitteldeutschen Ländern dabei eine besondere Rolle spielen werden, wollte das Verteidigungsministerium aus "Gründen der operativen und militärischen Sicherheit" nicht näher benennen. Klar sei jedoch, dass auch die Reaktivierung stillgelegter Standorte geprüft werde.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bundeswehr deshalb ein Moratorium für die Umwandlung ehemals militärisch genutzter Bundesliegenschaften in zivile Nutzung verhängt. Betroffen sind konkret 187 nicht mehr genutzte Standorte. Nach Angaben des Ministeriums gehören dazu auch "Flächen in Sachsen". Man stehe dazu mit "den regional Beteiligten" im Austausch. Zudem sollen 13 weitere Standorte entgegen früherer Planungen nun doch nicht geschlossen werden – darunter militärisch genutzte Teile des Berliner Flughafens Tegel.
Rund 6.000 Reservisten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Ende vergangenen Monats hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Pläne vorgestellt, wonach die Truppenstärke der Bundeswehr von derzeit 186.000 Soldatinnen und Soldaten in den kommenden Jahren auf mindestens 460.000 anwachsen soll. Hinzukommen soll eine einsatzbereite Reserve mit einer Stärke von 200.000 Kräften.
Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums leben derzeit 5.910 Reservisten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die meisten von ihnen wohnen in Sachsen (2.550), gefolgt von Sachsen-Anhalt (1.740) und Thüringen (1.620). Der Reservistenverband, der sich zuletzt für eine Anhebung der Altersgrenze für aktive Reservisten auf 70 Jahre ausgesprochen hatte, schätzt die Zahl der Reservisten bundesweit auf aktuell 60.000. Insgesamt zählt der Verband rund 110.000 Mitglieder.
Standorte für Musterungszentren in Mitteldeutschland stehen fest
Die Bundeswehr legte zudem die Standorte ihrer neuen Musterungszentren fest. In Mitteldeutschland entstehen Einrichtungen an bereits bestehenden Bundeswehrstandorten in Leipzig, Dresden, Magdeburg, Potsdam, Neubrandenburg und Schwerin. Ein weiteres Musterungszentrum soll in Jena entstehen. Die Stadt wird damit künftig neuer Standort der Bundeswehr sein.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen die Zentren ab Mitte 2027 eine flächendeckende Musterung ermöglichen. Für die Standortwahl seien vor allem Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte berücksichtigt worden. Bundesweit sind insgesamt 24 Musterungszentren geplant.
dpa/afp(mbe)
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke